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Leopold Lucas-Preis 2015 für Kulturwissenschaftlerin und Koran-Expertin Angelika Neuwirth

Die Kulturwissenschaftlerin und Suhrkamp-Autorin Angelika Neuwirth erhält den diesjährigen Dr. Leopold Lucas-Preis. Die Wissenschaftlerin hatte über viele Jahre den Lehrstuhl für Arabistik an der Freien Universität Berlin inne und wirkte auch an zentralen Orten des östlichen Mittelmeerraumes; als Ko-Direktorin des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin sowie aktuell als Leiterin des Forschungsvorhabens Corpus Coranicum.

Zu ihrem wissenschaftlichen Werk gehören grundlegende Beiträge zum Koran und zur Koranexegese, die Analyse moderner arabischer Literatur der Levante und die Erforschung der palästinischen Dichtung und der Literatur des israelisch-palästinensischen Konflikts. Durch ihre vielfältigen Kontakte genießt sie höchste internationale Reputation und trägt aktiv zum Dialog zwischen Islam, Judentum und Christentum bei.

Der Dr. Leopold Lucas-Preis für Nachwuchswissenschaftler geht auf Vorschlag der Philosophischen Fakultät (Fachbereich Geschichte) in diesem Jahr an den Historiker Dr. Christian Heinemeyer. Er wird für seine 2014 angenommene Dissertation „Zwischen Reich und Region im Spätmittelalter. Governance und politische Netzwerke um Kaiser Friedrich III. und Kurfürst Albrecht Achilles von Brandenburg“ geehrt.

Die Preisverleihung findet am Dienstag, dem 12. Mai, im Festsaal der Universität Tübingen statt.

Der Preis ist mit 50.000 EUR dotiert und würdigt hervorragende Leistungen auf den Gebieten der Theologie, Geistesgeschichte, Geschichtsforschung und Philosophie. Er ehrt Persönlichkeiten, die sich auch um die Verbreitung des Toleranzgedankens verdient gemacht und die Beziehungen zwischen Menschen und Völkern erkennbar gefördert haben. Generalkonsul Franz D. Lucas, Ehrensenator der Universität Tübingen, stiftete den Preis 1972 aus Anlass des 100. Geburtstages seines Vaters, des jüdischen Gelehrten und Rabbiners Dr. Leopold Lucas.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören Gelehrte wie Schalom Ben-Chorin (1974), Karl Raimund Popper (1981), Karl Rahner (1982), Fritz Stern und Hans Jonas (1984), Paul Ricoeur (1989), Moshe Zimmermann (2002), Yosef Hayim Yerushalmi (2005), Dieter Henrich (2008), Seyla Benhabib (2012) und Giorgio Agamben (2013), aber auch Repräsentanten religiösen Lebens wie der 14. Dalai Lama (1988), der polnische Erzbischof Hendrik Muszynski (1997) und der evangelische Bischof Eduard Lohse (2007) sowie Vertreter aus Kultur und Politik wie der senegalesische Dichter und Staatspräsident Léopold Sédor Senghor (1983) und Altbundespräsident Richard von Weizsäcker (2000). Im vorigen Jahr wurde der Preis dem Judaisten Peter Schäfer verliehen.

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