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Ludvík Vaculík

Ludvík Vaculík

Der Schriftsteller Ludvík Vaculík ist tot, er starb gestern 88jährig in Prag.
Weltbekannt wurde Vaculík 1968 mit seinem Manifest der 2000 Worte – eines der wichtigsten Dokumente des „Prager Frühlings“. Später gehörte er zu den Mitbegründern der Charta 77.
Vaculík (geboren am 23.7. 1926) gehört zu Generation der Autoren um Kundera, Skvorecký, Klíma und Kohout; seine Novelle Das Beil gehörte vor dem Prager Frühling zu den meistdiskutierten Werken neben Kunderas Scherz.
Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings war alles vorbei. Vaculík konnte, wie viele seiner Künstlerfreunde, nicht mehr in seiner Heimat veröffentlichen. Statt ins Exil zu gehen, gründete er einen Untergrundverlag, die Edice Petlice (Edition hinter Schloß und Riegel) – Schreibmaschinenbücher, die sich eine Gesetzeslücke zunutze machten: Manuskripte, die persönlich unterschrieben waren, galten als Privateigentum und nicht als veröffentlicht… Wie Vaculík diese eigentlich verbotenen Bücher in Prag in Umlauf brachte, kann man in seinem literarischen Tagebuch Tagträume (das dringend neu aufgelegt werden sollte!) nachlesen. Bekannt wurde er im Ausland vor allem durch seinen satirischen Roman Meerschweinchen (2011 von diaphanes neu herausgebracht). – In seiner Heimat war Vaculík vor allem als Feuilletonist bekannt, und seine Feuilletons sind sprachlich so anspruchvoll, daß sie für unübersetzbar gelten.

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