
Joachim Becker
Harry Rowohlt, der geniale Übersetzer und Vorleser, ist gestern Abend nach langer schwerer Krankheit in Hamburg gestorben. Geboren wurde er am 27. März 1945 in Hamburg als Sohn des Verlegers Ernst Rowohlt und der Schauspielerin Maria Pierenkämper.
Draußen, außerhalb der Branche, wurde er vor allem bekannt durch seine Rolle als Obdachloser in der Lindenstraße. Rowohlt erbte 49 Prozent des Verlags von seinem Vater, weigerte sich aber, ins Verlagsgeschäft einzusteigen. 1982 verkauften er und sein Bruder das Unternehmen an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Bereits seit 1971 arbeitete er als Übersetzer aus dem Englischen. Ungezählt sind auch die von ihm eingelesenen Hörbücher.
Harry Rowohlt gehört zu den Gründungsautoren des Verlags Kein & Aber, eine Vielzahl seiner Werke sind dort erschienen. »Einen wie ihn wird es nicht mehr geben. Ich verliere einen großartigen Autor und wahrhaftigen Freund«, sagt Verleger Peter Haag.