
Hier finden Sie die Bücher, die in der ZEIT und im Freitag besprochen werden. Damit Sie heute schon wissen, wonach der Kunde morgen fragt, was sie auslegen und vielleicht noch schnell bestellen sollten.
Die Zeit
Gegen die herrschende Klasse: Die Literatur mischt sich ein, wird wieder politisch und wehrt sich gegen die kleinen Lösungen des Pragmatismus. Ein Gespräch mit Jenny Erpenbeck, Ulrich Peltzer und Ilija Trojanow
Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen (Knaus)
Ulrich Peltzer: Das bessere Leben (S. Fischer Verlag)
Ilija Trojanow: Macht und Widerstand (S. Fischer Verlag)
Auf der Strecke wartet der Tod: Ein Ort der Hölle: Richard Flanagan erzählt von einem japanischen Arbeitslager in Birma während des Zweiten Weltkriegs.
Richard Flanagan: Der schmale Pfad durchs Hinterland (Piper)
Vollständig lebendig: Die Journalistin Verena Lueken hat mit Alles zählt einen eigensinnigen, raffinierten und berührenden Roman über die Konfrontation mit einer Krebsdiagnose geschrieben.
Verena Lueken: Alles zählt (Kiepenheuer & Witsch)
Die Fremden, die wir selber sind: In ihrem Roman Euphoria erzählt Lily King von einer Ménage-à-trois dreier Wissenschaftler und stellt den westlichen Kolonialismus ins Museum.
Lily King: Euphoria (C.H. Beck)
Der Lippenstift so rot wie das eigene Blut: Feridun Zaimoglu lässt in Siebentürmeviertel all das zum Ausbruch kommen, was an Verbotenem unter der Oberfläche einer multikulturellen Gesellschaft gärt.
Feridun Zaimoglu: Siebentürmeviertel (Kiepenheuer & Witsch)
Ein ernstes Spiel: Was von den Menschen bleibt: Alain Claude Sulzers subtiler Roman Postskriptum.
Alain Claude Sulzer: Postskriptum (Galiani)
Für immer im Kreis: Heinz Helle erzählt ziemlich unterkühlt von einem Leben nach der Apokalypse.
Heinz Helle: Eigentlich müssten wir tanzen (Suhrkamp)
Unbeirrbare Zuneigung: Silvia Bovenschen beschreibt ihr Leben mit der Malerin Sarah Schumann in ihrem neuen Buch Sarahs Gesetz
Silvia Bovenschen: Sarahs Gesetz (S. Fischer)
Begräbnispläne: Vonne Endlichkait – in seinem letzten Buch nimmt Günter Grass Abschied vom Leben.
Günter Grass: Vonne Endlichkait (Steidl)
Wilder Scheiß: Kat Kaufmann setzt noch einmal auf den Drogen-Depri-Glamour
Kat Kaufmann: Superposition (Hoffmann und Campe)
Bucklicht Männlein: Nora Bossongs Roman 36,9˚ über Antonio Gramsci folgt dem Muster der Märtyrerlegende.
Nora Bossong: 36,9 (Hanser)
Der Pferdestreichler: Wie viele Möbel passen in einen Roman? Rolf Lappert scheitert an einer Kritik der Selbstverwirklichung.
Rolf Lappert: Über den Winter (Hanser)
Zufall und Wunder: Péter Gárdos erzählt in Fieber am Morgen von der Liebe seiner Eltern nach dem Holocaust.
Péter Gárdos: Fieber am Morgen Roman (Hoffmann und Campe)
Farbenspiele des Lebens: Indonesiens Romane der Gegenwart handeln von der Liebe genauso wie von den Schrecken der Suharto-Diktatur. Schade, dass diese faszinierende Literatur auf der Frankfurter Buchmesse nur mit einer schmalen Auswahl übersetzter Titel vertreten sein wird.
Laksmi Pamuntjak Alle Farben rot (Ullstein)
Pramoedya Ananta Toer Kind aller Völker (Unionsverlag)
Ayu Utami Gebunden. Stimmen der Trommel (Sujet)
Leila S. Chudori Pulang (Heimkehr nach Jakarta) (Weidle)
Andrea Hirata Der Träumer (Hanser)
Unschuldsvermutung: Bryan Stevenson kämpft dafür, dass Amerika sich endlich seiner Geschichte des Rassismus zuwendet. Nun hat der Anwalt und Bürgerrechtler sein erstes Buch geschrieben: Ohne Gnade. Es gibt den schwarzen Angeklagten und Verurteilten eine Stimme. Ein Gespräch in New York.
Bryan Stevenson: Ohne Gnade. Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA (Piper)
Das Museum lebt: Was für ein Buch: Neil MacGregor verwandelt Deutschland in Objekte, die für alle Sinne wahrnehmbar sind.
Neil MacGregor: Deutschland. Erinnerungen einer Nation (C.H. Beck)
Bürger brauchen Staaten: Timothy Snyder will verhindern, dass sich die nationalsozialistische Vernichtung der Juden wiederholt. Aber warum warnt er vor Putin und dem Klimawandel?
Timothy Snyder: Black Earth. Der Holocaust und warum er sich wiederholen kann (C.H. Beck)
Das Chaos und der tanzende Stern: Der Starökonom Tomáš Sedláček entfaltet mit seinem neuen Buch Lilith einen wilden Reigen aus Mythologie, Psychoanalyse und Kapitalismuskritik.
Tomáš Sedláček und Oliver Tanzer: Lilith und die Dämonen des Kapitals. Die Ökonomie auf Freuds Couch (Hanser)
Gewalt mit Gewinn: Carmen Boullosa und Mike Wallace erzählen eindringlich und schonungslos die Geschichte des Drogenkrieges in Mexiko.
Carmen Boullosa und Mike Wallace: ¡Es reicht! Der Fall Mexiko: Warum wir eine neue globale Drogenpolitik brauchen (Kunstmann)
Hochaktueller Klassiker: Jewgenij Samjatins Anti-Utopie Wir über das Ende der Freiheit.
Jewgenij Samjatin: Wir Hörspiel; (Der Audio Verlag), und gelesen von Heikko Deutschmann; (Speaklow)
Die Natur beneidete die Kunst: Vor fast 500 Jahren verfasste der Maler und Historiker Giorgio Vasari Lebensbeschreibungen von Künstlern der Renaissance. Jetzt ist eine großartige Edition seiner 45 Bände auf Deutsch erschienen. Ein Besuch in der Werkstatt in Florenz.
Alessandro Nova mit Matteo Burioni, Katja Burzer, Sabine Feser und Hana Gründler (Hrsg.): Edition Giorgio Vasari 45 Bände mit Lebensbeschreibungen/Viten von Künstlern der Renaissance sowie Vasaris Schriften zur Kunstgeschichte und einem Glossar. (Wagenbach). Die Bände sind auch einzeln zu erwerben
Der Habicht war, was ich sein wollte. Ein Vater stirbt, die Tochter findet Trost in der Begegnung mit der Natur. Das literarisch strahlende Greifvogelbuch.
Helen Macdonald: H wie Habicht (Allegria bei Ullstein)
Immer mit Blitz und Donner: Dionysos ist tot, aber das Dionysische lebt in der großen Literatur weiter: Karl Heinz Bohrer will in seinem neuen Buch die wilde Seite der Moderne erklären.
Karl Heinz Bohrer: Das Erscheinen des Dionysos (Suhrkamp)
… fertig ist das Mondgesicht: Bitte mal alle herschauen: Der Historiker Valentin Groebner erklärt in seinem Buch Ich-Plakate, warum es in Porträtbildern nicht um Realität, sondern um Aufmerksamkeit geht.
Valentin Groebner: Ich-Plakate. Eine Geschichte des Gesichts als Aufmerksamkeitsmaschine (S. Fischer)
Dadaismus des Besitzens: Gar nicht protzig: Lambert Wiesing erklärt in seinem neuen Buch, warum wir uns mit der Liebe zum Luxus gegen die Herrschaft der Effizienz wehren. Ein Gespräch mit dem Philosophen.
Lambert Wiesing: Luxus (Suhrkamp)
Alles, was weiblich ist: Mona Eltahawy, in Ägypten geboren, feministische Aktivistin und Journalistin, konfrontiert die muslimischen Gesellschaften mit deren Frauenfeindlichkeit.
Mona Eltahawy: Warum hasst ihr uns so? Für die sexuelle Revolution der Frauen in der arabischen Welt (Piper)
Fälschungen, die wir verdienen: Zwei Bücher erzählen unterhaltsam vom Betrug im Kulturbetrieb und ersparen uns moralisierende Vorhaltungen.
Peter Köhler: Fake. Die kuriosesten Fälschungen aus Kunst, Wissenschaft, Literatur und Geschichte (C.H. Beck)
Noah Charney: Original Meisterfälscher. Ego, Geld & Größenwahn (Brandstätter)
Sound: Wie Opa. Die Einstürzenden Neubauten bedröhnten einst die Frontstadt Berlin. Die Achtziger wurden dann süßes Retro, jetzt erzählt der Bassist Alexander Hacke, wie es wirklich alles war.
Alexander Hacke: Krach. Verzerrte Erinnerungen (Metrolit)
der Freitag
Between the World and Me Ta-Nehisi Coates (Spiegel & Grau) 2015, auf Englisch, 176 S., 18,95 €
Die Stimme Amerikas: Porträt Ta-Nehisi Coates ist Autor des spektakulären Manifests „Between the World and Me“. Ein Besuch im Pariser Exil
Tim Adams, Seite 17 (Literatur)
Das kollektive politische Subjekt Nina Power (Laika) 2015, 262 S., 24 €
Hermetik mit Luftschlitzen: Marxismus Die britische Philosophin und Feministin Nina Power hat keine Antworten – aber kluge Fragen
Florian Schmid, Seite 18 (Literatur)
Country. Fünfzehn Stories Andreas Niedermann (Songdog-Verlag) 2015, 180 S., 18 €
Ein starker Bass: Short Stories In „Country“ gibt es Sex, Verrat, Gier und viel zu wenige Zigaretten
Franz Dobler, Seite 18 (Literatur)
Magdalena. Eine Familiengeschichte Maarten ’t Hart; Gregor Seferens (Übers.), (Piper) 2015, 320 S., 22 €
Der Sohn bricht aus: Befreiung Maarten’t Hart ist ein großer, europäischer Romancier. „Magdalena“ sein Meisterwerk
Jan Drees, Seite 19 (Literatur)
Das Mädchen mit wenig PS – Feuilletons aus den zwanziger Jahren,Ruth Landshoff-Yorck, Walter Fähnders (Hg.), (Aviva) 2015, 224 S., 18,90 €
Die vielen Leben der Ruth Landshoff-Yorck Thomas Blubacher (Insel) 2015, 365 S., 24,95 €
Eine echte Dandy: Ikone Ruth Landshoff-Yorck war ein It-Girl im Berlin der 20er Jahre. Zwei Bücher erinnern an Leben und Werk
Maike Wetzel, Seite 20 (Literatur)
Nachts, Mercedes Lauenstein (Aufbau) 2015, 191 S., 18,95 €
Warten auf Handke: Debüt Die „Jetzt“-Redakteurin Mercedes Lauenstein schreibt Kurzgeschichten. Die Storys in „Nachts“ sind etwas seicht
Marlen Hobrack, Seite 21 (Literatur)