
© Milena Schlösser
Es geht um die Ausschüttungspraxis der Verwertungsgesellschaften: Sollten deren Erlöse künftig nur noch den Urhebern eines Werks zugehen, hätte das dramatische Folgen für die Branche, warnt der Verleger des Aufbau Verlags Gunnar Cynybulk (Foto) in einem Beitrag für die Wochenzeitung Der Freitag:
„Der Anreiz, Werke zu verlegen, wird weiter geschwächt. Seit Jahren findet eine Umverteilung zu Ungunsten der Buchverlage statt.“ Cynybulk beklagt „eine arglose, zum Teil respektlose Rechtspraxis. Immer mehr scheint in Vergessenheit zu geraten, dass Verlage die Erschaffung von Literatur nicht nur ermöglichen, sondern tatsächlich leisten.“
Der Hintergrund: In Deutschland sorgt bisher die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) dafür, dass die Verlage an den Erlösen aus Zweitverwertungen (z. B. Kopien) beteiligt werden. Der Europäische Gerichtshof (EuGh) hat nun anders entschieden, in einem laufenden Verfahren am Bundesgerichtshof (BGH) wird ebenfalls ein Urteil zu dieser Ausschüttungspraxis erwartet.