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Fünf historische Neuerscheinungen – monatlich ausgewählt von DAMALS

DAMALS – Das Magazin für Geschichte berichtet jeden Monat über spannende Geschichtsthemen. In jeder Ausgabe gibt es zahlreiche Rezensionen von Büchern, Hörbüchern und Filmen. Seit Jahren zeichnet die Redaktion gemeinsam mit einer prominent besetzten Jury zudem die besten historischen Sachbücher des Jahres aus.

Hier fünf der Rezensionen aus dem neuen Heft:

Das wichtige Thema der römischen Landwirtschaft fehlte bisher in den neueren Überblickswerken zur Antike. Der Münchner Althistoriker Werner Tietz schließt diese Lücke mit einem gelungenen Buch, findet Uwe Walter. Tietz betont die Leistungsfähigkeit der römischen Agrar- und Viehwirtschaft: In der frühen Kaiserzeit waren die Menschen besser genährt als im Italien des 19. Jahrhunderts.

Werner Tietz: Hirten, Bauern, Götter. Eine Geschichte der römischen Landwirtschaft (C.H. Beck])

In dem Buch von Stefan Xenakis zu Söldnern um 1500 steht deren Aktionsmacht im Mittelpunkt, wie sie sich in Meutereien, Schlachten und Plünderungen zeigt. Geschildert werden nicht nur „lebenspralle“ Geschichten, sondern der Autor ordnet seine Erkenntnisse auch in die neuere soziologische Gewaltforschung ein. Von Michael Sikora

Stefan Xenakis}: Gewalt und Gemeinschaft. Kriegsknechte um 1500 ([Schöningh)

Provozierend, gelehrt und aktuell findet Heike Talkenberger das Buch des in Wien lehrenden Historikers Philip Buc zu heiligen Kriegen, Terror und Märtyrertum. Buc sieht durchaus Kontinuitäten zwischen der Gewaltausübung im mittelalterlichen Christentum und den modernen Gewaltkulturen, die er bis zu den stalinistischen Säuberungen und der RAF verfolgt.

Philippe Buc: Heiliger Krieg. Gewalt im Namen des Christentums (Zabern)

Grausam und mitleidlos sei Josef Stalin gewesen, auf alle Herausforderungen habe er mit Terror geantwortet. Dieses schonungslose Zeugnis über den Diktator stammt vom russischen Autor Oleg Chlewnjuk. Die Biographie verbindet die Ereignisgeschichte mit strukturellen Herrschaftsanalysen und einem intimen Porträt der Persönlichkeit Stalins, das als gutes Gegenmittel gegen den neuerwachten Stalin-Kult in Russland wirken kann. Von Heike Talkenberger

Oleg Chlewnjuk: Stalin. Eine Biographie (Siedler)

Eine Fülle von Augenzeugenberichten und Selbstzeugnissen hat Mary Fulbrook für ihr eindrucksvolles Buch ausgewertet, in dem sie zeigt, wie die deutsche Zivilverwaltung am Holocaust in Polen mitgewirkt hat. Ihr Untersuchungsgegenstand ist der Ort Bedzin, 37 Kilometer von Auschwitz entfernt. Insbesondere die Selbstrechtfertigungen des NS-Landrats, der die Ghettoisierung der Bevölkerung durchführte, nimmt Fulbrook kritisch unter die Lupe. Von Heike Talkenberger

Mary Fulbrook: Eine kleine Stadt bei Auschwitz. Gewöhnliche Nazis und der Holocaust (Klartext)

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