So gut kriegt das auch ein Logistikunternehmen wie die VVA nicht immer hin – selbst die Sonne hat („wie bestellt“, so Gastgeber Harald Horstmann) zum Gelingen der diesjährigen Tagung heute im beeindruckenden Ambiente des Kölner Edel-Hotels Wasserturm beigetragen.
Es lag aber auch an dem von ihm geschickt zusammengestellten Programm, das den über fünfzig SortimenterInnen wieder einmal gezeigt hat, dass sich jedes mal die Reise lohnt, wenn die Arvato-Tochter einlädt.
Die VVA verbindet mit der traditionellen Einladung natürlich einen Hintergedanken: „Unsere Verlage, die wir ausliefern, sind zufrieden, wenn Sie zufrieden sind.“ Deswegen sucht die von Harald Horstmann geleitete Abteilung Handelsbetreuung immer wieder das Gespräch mit dem Buchhandel, um zuzuhören, wo es Optimierungsbedarf gibt. Und natürlich auch, zum gute Nachrichten aus dem Haus auf die Reise in den Handel zu bringen: Es gehört zur Tradition, dass Arvato/VVA-Chef Stephan Schierke einen Bericht über die aktuelle Unternehmenssituation gibt – auf die man in diesem Jahr besonders gespannt sein durfte, ob und wie sein Auslieferungsunternehmen mit seinen drei Standorten den Umsatzverlust durch das Wegbrechen der Clubaufträge würde wegstecken können.

Die Antwort ist kurz: „Ja, das haben wir.“ Man hatte sich sichtlich durch rechtzeitige Planung, erhebliche Investitionen, neue Ideen und neue Kunden darauf eingestellt und mit 160 Mio ausgelieferten Büchern „in einer rückläufigen Branche“ ist gar ein Rekord aufgestellt worden. Und ganz nebenbei entwickelt sich die VVA am Standort Verl auch zu einem Spezialisten für die Spielzeugauslieferung.
Sorge macht allen die weiterhin anhaltende Stagnation der Buchpreise, dessen durchschnittlicher Stückpreis gerade mal um nur 0,2 % gestiegen ist“ – wie man dieser Preisentwicklung Herr werden könnte, war ein Thema übrigens auch bei den Gesprächen während der Pause.
Dnn aber kam es zum Programm: Der Kölner Verleger Hermann-Josef Emons (neu als Auslieferungskunde zur VVA gestoßen, „was mich jeden Tag freut, weil ich jetzt noch mehr Zeit fürs Büchermachen habe“, erzählte, wie er sichtlich diese gewonnene Zeit genutzt hat: Sein Verlag hat einen deutlichen Umsatzsprung von drei auf acht Mio Euro gemacht, aus einem Regionalverlag mit dem scherzhaften Spruch „weltweit regional“ ist ein inzwischen wirklich weltweit tätiges Verlagsunternehmen geworden, das aber nicht vergessen hat: „Der Buchhandel ist für uns wichtig“ – und der seinem Handelspartner Mut macht: „Solange Sie Bücher mit Leidenschaft verkaufen, wird der Handel bestehen“

Dass Leidenschaft und Kreativität ganz wesentliches den Reiz schöner Buchhandlungen ausmachen, bewies dann Torsten Woywood begeisternd und ansteckend mit seinem bildhaften Vortrag von seiner 28 Tage-Reise durch 12 Länder und 62 Buchhandlungen – das fachkundige Publikum im Saal folgte ihm atemlos und manchmal ein wenig neidisch.
Und was Engagement und Kreativität auch bewirken könne, wurde dann im beeindruckenden Plädoyer des Giessener Schuhhändlers Heinz-Jörg Ebert deutlich, der mit seinem Blick über den Teller-Rand über die Business Improved Districts (BID)-Initiative gegen den Niedergang der Innenstädte informierte. Das Plenum folgte ihm atemlos, wie sich seine Heimatstadt Giessen binnen nur zehn Jahren erfolgreich gewandelt. Mehr auf www.seltersweg.de