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Fünf historische Neuerscheinungen – monatlich ausgewählt von DAMALS

DAMALS – Das Magazin für Geschichte berichtet jeden Monat über spannende Geschichtsthemen. In jeder Ausgabe gibt es zahlreiche Rezensionen von Büchern, Hörbüchern und Filmen. Seit Jahren zeichnet die Redaktion gemeinsam mit einer prominent besetzten Jury zudem die besten historischen Sachbücher des Jahres aus.

Hier fünf der Rezensionen aus dem neuen Heft:

Die dramatischen Ereignisse rund um die Verschwörung gegen Caesar, die mit dessen Ermordung endete, sind das Thema des Buchs von Barry Strauss. Starke Worte und eindimensionale Urteile beherrschen die Darstellung, kritisiert Werner Dahlheim: Caesar sei der „Schlächter“, schuldig des „Völkermords“, versessen auf die Monarchie, während die Verschwörer „für das Gute“, für die Republik kämpften. So einfach war’s wohl nicht.

Barry Strauss Die Iden des März. Protokoll eines Mordes (Theiss)

Die Biographie Gustav Stresemanns von Karl Heinrich Pohl hat ihre Stärken und Schwächen, wie Tim B. Müller urteilt. Einerseits schildert Pohl treffend die lokalen Verhältnisse, in denen der spätere Außenminister zur Führungsfigur seiner Partei wurde und bettet seinen Lebenslauf gut in die Kultur seiner Zeit ein. Andererseits erfährt man leider nicht, warum Stresemann späteren Außenpolitikern wie Hans-Dietrich Genscher zu einem bedeutenden Vorbild werden konnte.

Karl Heinrich Pohl Gustav Stresemann. Biografie eines Grenzgängers (Vandenhoeck & Ruprecht)

Clemens Fürst von Metternich aus seiner Verurteilung als reaktionären Unterdrücker zu befreien, hat sich der Münchner Historiker Wolfram Siemann vorgenommen. Ruhe und Ordnung seien für den Ausnahmediplomaten kein Selbstzweck gewesen, sondern einziger Garant eines friedlichen Europas. Dass damit auch der rigorose Kampf Metternichs gegen Andersdenkende gerechtfertigt werden kann, bezweifelt Heike Talkenberger.

Wolfram Siemann Metternich. Stratege und Visionär (C.H. Beck)

Ein höchst beeindruckendes Buch legt Alwin Meyer vor. Er hat die wenigen Überlebenden aufgesucht, die der Hölle von Auschwitz entronnen sind und berichtet von ihrem Schicksal. Nicht nur Hunger und Gewalterlebnisse, sondern vor allem das Getrenntsein von den Eltern und das Ausgeliefertsein haben die Betroffenen schwer traumatisiert und bestimmen bei vielen noch heute das Leben. Von Heike Talkenberger

Alwin Meyer Vergiss deinen Namen nicht. Die Kinder von Auschwitz (Steidl)

Nach 1945 galt es schon einmal in Deutschland, einer großen Zahl von Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf und eine Perspektive zu geben. Ein wichtiger Ort war dafür das Lager Friedland bei Göttingen. Sascha Schießls Buch über das „Tor zur Freiheit“, wie Friedland im Kalten Krieg gern genannt wurde, erzählt überzeugend die Geschichte des Lagers und seine Funktion als deutscher Erinnerungsort, findet Heike Talkenberger.

Sascha Schießl „Das Tor zur Freiheit“. Kriegsfolgen, Erinnerungspolitik und humanitärer Anspruch im Lager Friedland (1945-1970) (Wallstein)

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