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Gerty-Spies-Literaturpreis geht an Ulrich Peltzer

Der Berliner Schriftsteller Ulrich Peltzer erhält in diesem Jahr den mit 5.000 Euro dotierten Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Er erhält die Auszeichnung als „unbequemer Schriftsteller und zugleich großer deutschsprachiger Erzähler, der narrative Kraft mit politischer Bewusstheit und scharfsichtiger Gegenwartsanalyse verbindet.“

In der Begründung der Jury heißt es: „Peltzers Romane garantieren aufregende Lektüre, aber sie sind keine Schmöker, sondern Laboratorien. In ihnen lotet der Autor die Möglichkeiten des urbanen Romans und des Erzählens in der Gegenwart aus. Dabei setzt er auf aufmerksame Lesende, die stets bereit sind, sich von alarmierenden Einsichten in unsere Gegenwart irritieren zu lassen. Besonders in seinen jüngsten Romanen Teil der Lösung (2009) und Das bessere Leben(2015) reflektiert er erzählend Möglichkeiten und Grenzen individuellen politischen Engagements: hochpolitisch und präzise in der Analyse ihrer erzählten Welten – sei es derjenigen der Global Player aus den Chefetagen oder derjenigen des akademischen Prekariats. Mit hohem Ethos erzählt Peltzer vom Unbehagen als Bewohner eines Landes, das zum Überwachungsstaat tendiert – und einer globalisierten Welt, die zwischen Finanzkapital und Big Data aufgerieben wird.“

Die Preisverleihung findet am 27. September im Foyer des Landesfunkhauses des SWR in Mainz statt.

Die Auszeichnung ist nach der Schriftstellerin und Holocaust-Überlebenden Gerty Spies (1897-1997) benannt und wird seit 1996 verliehen. Frühere Preisträger sind unter anderem Juli Zeh, Christoph Hein, Eva Menasse und Navid Kermani.

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