
Was ist von dieser Woche geblieben? Gerhard Beckmann will versuchen, möglichst regelmäßig zu filtern, was zu den Ereignissen gehört, die uns weiter beschäftigen werden, sollen, müssen. Hier Versuch eins:
Angefangen hat es in dieser Woche – der ersten Woche einer ganz neuen Krise für die Branche – mit einem Schock für die Verlagsauslieferungen am Montag, dem 16. März. Da hatte der schlagartige Rückgang des Bestellvolumens durch Amazon begonnen.
Ohne Vorankündigung: Amazon listet Bücher aus
FUNDAMENTAL-MERKPUNKT EINS FÜR VERLAGE: Amazon ist kein Partner, auf den man sich verlassen kann.
AMAZON VERLETZT DEN GEIST, WENN NICHT DAS GESETZ DER BUCHPREISBINDUNG, das die politische Richtlinie der Branche vorgibt: die Versorgung der Bevölkerung mit Büchern zu gewährleisten – eine Problematik, die am Ende derselben Woche ganz offen zutage getreten ist. Mit der behördlichen Anordnung zur Schließung der stationären Buchhandlungen ist solche flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit per Gesetz als lebenswichtig geltenden Büchern NÄMLICH nur noch mit dem Online-Handel möglich, in dem Amazon der entscheidende. größte Player ist.
FUNDAMENTAL-MERKPUNKT ZWEI FÜR DIE VERLAGE UND DIE BUCHBRANCHE: Man muss sich endlich klarmachen, dass Amazon kein Buchhändler, auch kein echter Online-BUCHHÄNDLER ist.
Es ist eine Frage, die mir vorvorgestern von einem Autor, freiberuflichen Lektor und international vernetzten Kulturjournalisten nahegebracht wurde – von einem kritischen Kopf, der immer von den Rändern her denkt.