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Umgeblättert heute: Ein Serienkiller mit Alzheimer und ein Profi von der ersten bis zur letzten Zeile

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Ein Ideal als Mängelwesen“: Martha Nussbaum revidiert und ergänzt den Kosmopolitismus. „Nussbaums Skepsis gegen globale Lösungen, ihre Verteidigung der Staatenvielfalt und kultureller Besonderheiten hätte bei den deutschen Denkern, vor allem bei Herder und Kant, starke Argumente finden können. (…) Eine umfassende Darstellung der Geschichte kosmopolitischen Denkens scheint wünschenswerter denn je.“
    Martha Nussbaum, Kosmopolitismus. Revision eines Ideals (wbg/Theiss)

Das Politische Buch

  • „Vom Nichtmehr zum Nochnicht“: Volker Ullrich erzählt eindrucksvoll von den letzten Tagen des NS-Regimes im Mai 1945. „Ullrichs Buch macht eindringlich deutlich, wie wenig selbstverständlich es war, auf dem morastigen Untergrund dieser Acht Tage im Mai eine Demokratie zu gründen.“
    Volker Ullrich, Acht Tage im Mai. Die letzte Woche des Dritten Reiches (C.H. Beck)
  • „Helfen trotz höchster Gefahr“: Wolfgang Benz über „Onkel Emils“ Widerstand 1938-1945. „Allein deshalb lohnt sich die Lektüre, weil das Buch über ein leicht zu übersehendes Ereignis des Dritten Reiches vorzüglich aufklärt.“
    Wolfgang Benz, Protest und Menschlichkeit. Die Widerstandsgruppe „Onkel Emil“ im Nationalsozialismus (Reclam)

  • „‚Auch heute versteht jeder, was Ehrgeiz ist'“: Ein Gespräch mit der Schriftstellerin Hilary Mantel über den Erfolg ihrer Romantrilogie rund um Thomas Cromwell. „Als Autorin historischer Romane kann zeigen, welche Folgen weniger bewusste Handlungen haben, und auch die Folgen von Zufällen und Koinzidenzen und all der unvorhersehbaren Umstände, die unser Schicksal bestimmen.“
    Hilary Mantel, Spiegel und Licht (DuMont)

Krimi

  • „Ein letztes großes Verbrechen“: Ein Serienkiller mit Alzheimer als Ich-Erzähler. Young-ha Kim erzählt lakonisch bis komisch und „auffallend modern in seiner Mischung Bericht, Erzähöung, Erinnerungsfetzen bis hin zu plötzlichen kurzen Einschüben des dementen Mörders über Nietzsche oder über den Zusammenhang von Zeit, Zerstörung, Mord, Demenz und Ödopus-Mythos.“
    Young-ha Kim, Aufzeichnungen eines Serienmörders (Cass Verlag)
  • „Mord mit Zaungast“: Wie die CIA in Europa agiert. Literarisch hat Fabrizio Gatti James Ellroys Ein amerikanischer Thriller nichts entgegenzusetzen.
    Fabrizio Gatti, Der amerikanische Agent (Kunstmann)
  • „Sein Geisterleben“: „Ein Glück, dass die Edition Nautilus zusammen mit der Übersetzerin Cornelia Wend die Autorenpflege ernst nimmt“: Jérôme Leroy macht aus einer spannenden Ausgangssituation einen großartigen Roman. „Um es deutlich zu sagen: Ein Krimi ist das Buch natürlich auch, und zwar ein ziemlich brutaler mit vielen Toten, Gewaltexzessen, expliziten Sexszenen.“ Aufgelöst wird der Plot am Ende „in einer Mischung aus Action, politischer Zeitdiagnostik und zwischenmenschlicher Poesie“.
    Jérôme Leroy, Der Schutzengel (Edition Nautilus)
  • „Wann ist ein Fall ein Fall?“: Krimis in Kürze.
    Matthias Wittekindt, Die Brüder Fournier (Edition Nautilus)
    Peter Henning, Die Tote von Sant Andreu (Transit)
    Andrea Di Stefano, Tutto Bene (Fischer Scherz)

  • „‚Die radikalen Veränderungen, die nötig sind, brauchen Freiheit und nicht Zwang'“: Die französische Philosophin Corine Pelluchon über die „fatale Wirkung von Moralpredigten und die Aktualität von Rosseaus Tugendethik“.
    Corine Pelluchon, Ethik der Wertschätzung (wbg Academic)
  • „Primzahlen sind keine Rettung“: Ein Mathegenie aus Sachsen kämpft mit der Riemannschen Vermutung und den Zumutungen des sozialen Lebens. „Einen Großteil des Lesegenusses macht Hoffmanns Umgang mit Fachvokabular aus. Er zieht aus und macht reiche Beute in den Jagdgründen der ausdifferenzierten, am konkreten Gegenstand geschliffenen und geschärften Sprache, in der Worte die echte Werkzeugschönheit der Funktionalität annehmen.“
    Patrick Hofmann, Nagel im Himmel (Penguin)
  • „Da versteht sie keinen Spaß“: Neue Reihe vom Bosch-Erfinder um eine taffe Ermittlerin in LA. „Connelly erfindet das Polizeiroman-Rad nicht neu (…). Aber er ist Profi von der ersten bis zur letzten Zeile: Profi beim Spannungsaufbau, der Verflechtung diverser Handlungsstränge, ohne dass es zu gewollt wirkt, bei der realitätsnahen Schilderung der Ermittlerarbeit bis runter zur Spurensicherung.“
    Michael Connelly, Late Show (Kampa)
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