
Das Germanistische Seminar der Universität Siegen verleiht der Autorin Judith Allert den Siegener Preis für Erstleseliteratur (S-P-E-L-L) 2021. „Ihre Erstleseliteratur zeichnet sich durch variationsreiche rhetorische Tropen und Figuren aus und zeigt auf hohem Niveau, was in der Erstleseliteratur gelingen kann, wenn man sie als literarischen Gegenstand ernst nimmt“, begründet Dr. Jana Mikota von der Universität Siegen die Entscheidung der Jury, zu der neben Dr. Mikota Dr. Nadine Schmidt zählt. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde 2019 ins Leben gerufen und dieses Jahr zum zweiten Mal vergeben. Im Vorjahr ging sie an Christian Seltmann. Die Preisverleihung erfolgt am 3. Juli 2021 um 14 Uhr im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung, zu der Judith Allert zugeschaltet wird.
Als Preisbuch des Jahres 2021 wird Judith Allerts Detektivgeschichten (Ravensburger Buchverlag) prämiert. Insbesondere dieser Titel, wie auch Die Waschbären-Bande, konnten die Jurorinnen überzeugen – beide Erstlesebücher hatten sie im Vorfeld bereits mit einem „Leseknirps“ ausgezeichnet.
Judith Allert empfindet die Auszeichnung als besondere Ehre: „Ich bin völlig begeistert – nicht nur als Autorin, sondern auch als Germanistin – wie ernst diese auf den ersten Blick ‚kleine Literatur‘ hier von der Wissenschaft genommen wird. Einfach großartig, wenn diese Arbeit so eine tolle Anerkennung findet!“ Die engen sprachlichen und formalen Vorgaben machten das Schreiben von Erstlesern zu einer ganz besonderen Herausforderung. Trotz aller Kürze sollten die Geschichten die Nachwuchsleserinnen und -leser fesseln und eine Leseliebe wecken, die bestenfalls nie mehr verloren geht. Fast wie bei einem Gedicht feile sie deshalb lange an jedem einzelnen Wort. Diese Präzision im Detail weiß die Jury zu würdigen: „Judith Allert beweist in ihren Detektivgeschichten, dass auch Erstlesebücher der 1. Lesestufe einen raffinierten Plot haben und mit sprachlichen Finessen überzeugen können“, so Dr. Nadine Schmidt.