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Umgeblättert heute: „Orhan Pamuk lässt uns erkennen, was ist“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Wattfieber bei Nipptide“: Von Insulanern und anderen schweigsamen Schlickbeißern: Mathijs Deen wandert bei Niedrigwasser durch die Emsmündung – mit tödlichem Ausgang. „Der Autor beherrscht Lakonie, und er schneidert sie seinem Ermittler wie einen Maßanzug auf den Leib. Dazu ein Schuss Komik, wenn es um die Binnendynamik der beiden streitenden Polizeiapparate, die Arroganz der Deutschen, die Lässigkeit der Holländer geht. Auch wenn die Lösung ein wenig überkonstruiert wirkt, Deen hält den Spannungsbogen straff.“
Mathijs Deen, Der Holländer (aus dem Niederländischen von Andreas Ecke; Mare Verlag)

„Jagd nach dem Kaninchen als tödliches Spiel“: Terry Miles machte bislang als Regisseur auf sich aufmerksam. Nun schickt er im Thriller Rabbits seine Leser auf die Spuren eines tödlichen Spiels. „Miles’ Debütroman Rabbits, der Anfang des Monats im Penguin Verlag auf Deutsch als E-Book veröffentlicht wurde und am 21. März als Taschenbuch veröffentlicht wird, ist ein Thriller, der mehr Gewicht auf das Vorantreiben der Handlung als auf die Entwicklung der Charaktere legt. Die Protagonisten sind eher stichwortgebende Figuren als Charaktere mit eigener Psychologie – aber das hat schon bei Dan Brown nur wenige gestört.“
Terry Miles, Rabbits. Spiel um dein Leben (aus dem Amerikanischen von Kai Andersen; Penguin Verlag)

„Linke Heldengeschichten einst und jetzt“: Grenzüberschreitende Ermittlungsarbeit: Jérôme Leroy und Max Annas schreiben vierhändig einen Roman, der in der rechtsextremen Szene spielt. „Unterschiedlicher Schreibstil, unterschiedliche Krimikulturen – ein gemeinsames Experiment verspricht allein deswegen Spannung.“
Jérôme Leroy und Max Annas, Terminus Leipzig (aus dem Französischen von Cornelia Wend; Edition Nautilus)

„High mit Bärlauch“: Über neue Romane von Grewg Buchanan und Gudrun Lerchbaum.
Greg Buchanan, Sechzehn Pferde, S. Fischer
Gudrun Lerchbaum, Das giftige Glück, Haymon

„‚Von Gott üppig bedacht'“: Die ukrainische Kultur wird seit je von russischer Propaganda diffamiert und unterdrückt. Sie hat dennoch eine eigene Stimme entwickelt. Ganz besonders in der Literatur.

„Im Zeichen der Zivilisation“: Paul Betts schildert das Jahr 1945, als Europa in Trümmern lag, als Ausgangspunkt einer „Wiedergeburt“. Recivilization war lange ein Zauberwort – und aktuell sieht man, was alles auf dem Spiel steht. „Das Buch bleibt eine anregende historische Nacherzählung der Zeit nach 1945, eine Lesebuch über die Entstehung von Konstituanten. Dieser Aspekt bedingt seinen Reiz, zumal auch außereuropäische Geschichte einfließt. Es verfährt durchaus gewinnbringend in einer Art phänomenologischer Komprimation. Jedoch ist vieles, gerade über die frühe Bundesrepublik, zu bekannt, und das hätte man gewiss durch Rückgriff auf den jeweiligen Forschungsstand ergiebiger gestalten können.“
Paul Betts, Ruin und Erneuerung. Die Wiedergeburt der europäischen Zivilisation 1945 (aus dem Englischen von Bernd Rullkötter und Jan Martin Ogiermann;  Propyläen-Verlag)

„Die Welt umkrempeln und neu ausrichten“: Die CDU-Politikerin Rita Süssmuth fordert in ihrer Streitschrift die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Mann und Frau – und noch viel mehr. „Also schreibt sie. Für Alt und Jung, Mann und Frau, Menschen in allen Lebenslagen. Und von jedem Einzelnen fordert sie ein Bekenntnis zur Sache, zur Gleichberechtigung aller und nimmt dabei stets die ganze Gesellschaft in den Blick, nicht einmal nur ein Land, nicht nur Deutschland, sondern gleich die ganze Welt. Alles ist miteinander verwoben, das macht sie deutlich.“
Rita Süssmuth, Parität jetzt! Wider die Ungleichheit von Frauen und Männern. Eine Streitschrift (J.H.W. Dietz-Verlag)

 

„Vom Versinken und Aufwachen“: Orhan Pamuks neues Kontrastmittel, das uns erkennen lässt, was ist. „Pamuks Geschichte handelt vom Ausbruch der Pest auf der Insel Minger im Jahre 1901 und vom Kampf gegen sie. Es ist zugleich eine Geschichte vom Ende des osmanischen Reiches, vom Sieg des Türkentums über die polyglotte, multireligiöse, faszinierende Wirklichkeit des zerbrechenden Imperiums.“
Orhan Pamuk, Die Nächte der Pest (aus dem Türkischen von Gerhard Meier; Hanser)

„‚Die DDR ist heute ein Museumsstaat'“: Der Autor Maxim Leo im Gespräch über das Erinnern und seinen Roman Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße.
Maxim Leo, Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße (Kiepenheuer & Witsch)

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