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Umgeblättert heute: „Nach diesem Erstling wartet man gespannt auf weitere Bilderbücher“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Gelb sei die Farbe der Psychologie“: Michele K. Troy hat die ganz und gar exzeptionelle Geschichte eines der erfolgreichsten Verlage des vorigen Jahrhunderts geschrieben. „Michele K. Troy, Professorin für Englische Literatur an der Universität von Hartford, Connecticut, hat öffentliche und private Archive in Deutschland, Frankreich, Holland, England, Irland und den Vereinigten Staaten durchforstet, um Licht ins Dunkel eines Geflechts von Firmenkons­truktionen und von Dutzenden einander immer wieder überkreuzenden Lebensläufen zu bringen. Entstanden ist eine Verlagsgeschichte, wie sie abenteuerlicher kaum sein kann.“
Michele K. Troy, Die Albatross Connection. Drei Glücksritter und das ‚Dritte Reich’ (aus dem Englischen von Herwig Engelmann; Europa Verlag)

„Blinder Auktionismus“: Jens Ullrich stellt seine Bilder allen Interessenten kostenlos zur Verfügung. „Der Band Bilder ohne Geld des Künstlers Jens Ullrich bietet nicht einfach Bilder, die Ullrich aus anderen Bildern gemacht hat, sondern eine unendliche Menge von Ausstellungen, die jede und jeder bei sich daheim, auf der Straße oder in irgendwelchen allerletzten demilitarisierten Zonen installieren kann.“
Jens Ullrich, Bilder ohne Geld (Verlag der Buchhandlung Walther König)

„Und der Wildschweinkopf schmort im Backofen“: Wenn Mäuse die Nudelvorräte wegschaffen: Die Schriftstellerin Pauline de Bok fühlt sich in die Natur ein. „Man erkennt hier immer wieder die Autorin des in seiner Knappheit so bezwingenden Vorgängers Beute. Mein Jahr auf der Jagd aus dem Jahr 2018. Das Nachfolgebuch ist dagegen langatmig und redselig, es enthält redundante Beschreibungen, zu viel Mikro-Drama und sprunghaftes Abwägen (…)“
Pauline de Bok, Das Schweigen der Frösche“. Oder Die Kunst, die Natur zu belauschen (a. d. Niederländischen von Gerd Busse; C. H. Beck Verlag)

„Der Unantastbare“: Er wurde von Anfang an als Sonderfall eingestuft. Das macht eine Einordnung Wolfgang Rihms so schwierig. Zwei Bücher versuchen es trotzdem. „Wolfgang Rihms Musikdenken ist intellektuell geschärft und seine Musik hochexpressiv, emotional aufgeladen. Deshalb ist es überhaupt kein Wunder, dass gleich zwei ehrgeizige und sehr ungleiche Rihm-Monografien zu seinem Geburtstag erschienen sind. (…) Die Darstellung einer derart ausgreifenden, in Werk, Substanz, Wirkung schwer zu fassenden Figur wie die seine benötigt Sammlerfleiß und Geistesgegenwart, vor allem Empathie. Dafür stehen beide Porträtbücher.“
Frieder Reininghaus, Rihm. Der Repräsentative (Königshausen & Neumann)
Eleonore Büning, Wolfgang Rihm. Über die Linie (Benevento Verlag)

Kinder- und Jugendliteratur

„Das Haus auf dem Fahrrad“: Ein Fuchs erfährt, wie schön es ist, nicht allein zu sein. „Wer ist Jule Wellerdiek? Eine junge Illustratorin, die gleich mit ihrem ersten Bilderbuch aufhorchen lässt! (…) Nach diesem Erstling wartet man gespannt auf weitere Bilderbücher. Eine unverwechselbare eigene Handschrift ist bereits jetzt klar zu erkennen.“
Jule Wellerdiek, Holgers Haus (Knesebeck)

„Auf der coolen Seite der Gesellschaft“: Um die Highschool zu einem besseren Ort zu machen, braucht es nicht mehr als eine To-do-Liste – natürlich von Gott persönlich. „Im Mikrokosmos einer amerikanischen Highschool wird geliebt, gelästert, geschlagen und gefeiert, wie es die Zutatenliste jeder guten Erzählung verlangt. Wer sein Publikum obendrein zum Lachen bringt, hat das richtige Rezept einer gelungenen Geschichte gefunden.“
Preston Norton, Kurz mal mit dem Universum plaudern (aus dem Englischen von Jessika Komina und Sandra Knuffinke; Hanser)

„Die Seele ausgesaugt“: Schülerin flieht vor dem Mobbing nach Kanada. „Die beste Zeit ist am Ende der Welt ist ein aufwühlender Roman über die Auswirkungen von jahrelangem Mobbing und über das verzweifelte Bestreben, erlittene Verletzungen zu überstehen.“
Sara Barnard, Die beste Zeit ist am Ende der Welt (aus dem Englischen von Hanna Christine Fliedner; Atrium Verlag)

„Vom Glück der Farben“: Ukrainisches Künstlerpaar lehrt Sehen und Hören. „Als im vorigen Jahr im Gerstenberg Verlag die beiden Sachbücher Sehen und Hören des ukrainischen Künstlerpaares Romana Romanyschyn und Andrij Lessiw (übersetzt von Claudia Dathe) erschienen, konnte noch niemand wissen, wie wichtig die preisgekrönten Titel jetzt geworden sind. (Der Gerstenberg Verlag wird den Erlös dieser beiden Sachbilderbücher (je 56 Seiten, je 20 Euro) an das Künstlerpaar schicken, das in einen kleinen Ort südlich von Lwiw geflohen ist. Von dort aus organisieren und unterstützen sie damit die Flüchtlingshilfe.)

 

„Die unverschämten Lügen des Gabeldrongos“: Winseln, Grunzen, Stöhnen, Knurren: Wissenschaftsjournalistin Francesca Buoninconti im Gespräch über Eidechsen, die Liegestütze machen, pupsende Fische und ihr neues Buch Tierisch laut.
Francesca Buoninconti, Tierisch laut. Die wundersame Welt der Kommunikation im Tierreich (Folio Verlag)

„In den Abgrund des eigenen Ichs“: Emmanuel Carrère trifft in seinem Roman Yoga auf eine zu tiefen Kluft, um gewohnt leichtfüßig darüber hinwegzuerzählen. „Wer gebannt in die Schluchten menschlicher Leidenschaften blicken wollte, war bei dem französischen Autor Emmanuel Carrère immer an der richtigen Adresse: In seinen Romanen erzählte dieser verlässlich von extremen Erfahrungen und unglaublichen Katastrophen – die Themen stets groß und gewaltig. (…) Wer Carrère als diesen Erzähler kennt, kommt nach der Lektüre seines neuen Romans Yoga um eine anfängliche Enttäuschung nicht herum.“
Emmanuel Carrère, Yoga (a. d. Franz. v. Claudia Hamm; Matthes & Seitz)

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