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„Loslassen zum rechtzeitigen Zeitpunkt ist bei mir kein blinder Fleck“

Am 3. Mai hatten wir gemeldet, dass Michael Busch, geschäftsführender Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung von Thalia, sich zum 1. Juni 2022 aus dem operativen Geschäft  zurückzieht und den Staffelstab an den bisherigen Vertriebsgeschäftsführer Ingo Kretzschmar  übergibt. Das war Anlass für Nachfragen, die der Mann, der Thalia von 42 Läden auf über 450 Buchhandlungen gepusht hat, kurz und knapp beantwortet hat:
Michael Busch: „Thalia ist mein berufliches Lebenswerk und wird mich immer begleiten“

Rückzug schon im Alter von erst 58 Jahren – macht die Gesundheit nicht mehr mit?

Michael Busch: Keine Sorge – ich bin gesund und fühle mich fit!
 
Dennoch übergeben Sie die Führung von Thalia in neue Hände? 
Ich habe mir bereits anlässlich des 100. Geburtstages von Thalia 2019 Gedanken über einen Generationenwechsel an der Spitze von Thalia gemacht.  Meine Entscheidung hat sich durch Corona noch einmal verzögert – in einer so kritischen Phase war es mir wichtiger, „an Bord zu bleiben“.
 
Loslassen zum rechtzeitigen Zeitpunkt, das ist nicht unbedingt die Stärke von Alphatieren, meine schon gar nicht.
Wie Sie sehen, ist das bei mir kein blinder Fleck. Thalia ist mein berufliches Lebenswerk und wird mich immer begleiten, denn ich bleibe dem Unternehmen als aktiver Gesellschafter erhalten. Dennoch gibt es so viel, was ich in der kommenden Phase meines Lebens erleben und entdecken möchte. Darauf freue ich mich sehr!
 
Ich dachte, einer der Anlässe wären die Probleme, die die Großen derzeit mehr treffen als die Kleinen im stationären Handel. 
Schön, dass Sie selbst mit der Frage dem typischen Branchenreflex, Groß gegen Klein, folgen. Das hat nie gestimmt und stimmt auch heute nicht. Da wir mittlerweile gelernt haben, mit der Pandemie zu leben, und die Krise auch als Unternehmen gut bewältigt haben, ist für mich jetzt der richtige Moment in eine neue Rolle zu wechseln.
Wie sehen Sie denn die Entwicklung in den nächsten Jahren ?
Die Frage müssen Sie demnächst einmal Ingo Kretzschmar stellen …
Die Fragen stellte Christian von Zittwitz

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