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Umgeblättert heute: „Dieser Roman riecht nach Schweiß, nach Klebstoff und Bier“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Wir sind Berg“: Eine Literatur, die alles assimiliert: Sibylle Bergs neuer Roman RCE – #RemoteCodeExecution entwirft unsere zukünftige Gegenwart. „Am Ende des Buchs ist man erschöpft und desillusioniert, bekommt aber auch einen Tropfen Hoffnung verabreicht, denn bald schon – so viel Spoiler darf wohl sein – wird es ‚das Finanzsystem‘ nicht mehr geben. Remote Code ­Execution!“
    Sibylle Berg, RCE – #RemoteCodeExecution (Kiepenheuer & Witsch)
  • „Umschau in der Meinungswelt“: Christian Bermes schreibt eine Ehrenrettung der recht verstandenen Meinung. „Bermes skizziert Grund- und Fluchtlinien einer Philosophie der Meinung oder – im alteuropäischen Sprachgebrauch – der ‚Doxa‘. Dabei nimmt er Anregungen von Husserl, aber auch von Heidegger, Arendt, Wittgenstein, Plessner und nicht zuletzt von Kant auf.“
    Christian Bermes, Meinungskrise und Meinungsbildung. Eine Philosophie der Doxa (Felix Meiner Verlag)
  • „Sag: Totenstille“: Auch der rheinische Braunkohletageabbau wird hier in Verse gefasst: Jürgen Nendzas Gedichtband Auffliegendes Gras. „Im Strom der gegenwärtigen Natur- und Landschaftslyrik ist Jürgen Nendza, Jahrgang 1957, aus Essen stammend und in Aachen lebend, einer der produktivsten Autoren. Seit seinem Debüt von 1992 hat er etwa ein Dutzend Gedichtbände publiziert (…)“
    Jürgen Nendza, Auffliegendes Gras. Gedichte (Poetenladen Verlag)
  • „Unter dem Horizont der eigenen Fixsterne“: Dieser Pfad führt sie zu sich selbst: Marica Bodrožić geht in Die Arbeit der Vögel den letzten Weg von Walter Benjamin nach. „Manchmal klingen die Worte sehr er­haben, ein wenig zu hoch gestimmt, dann wiederum findet die Schriftstellerin ganz einfache Bilder der Erinnerung, die sich wie ein Schlaglicht auf das Leben richten.“
    Marica Bodrožić, Die Arbeit der Vögel. Seelenstenogramme (Luchterhand)

  • „Rilke lernt Rumba“: Die Verhältnisse sind kompliziert, die Nächte lang, und alle warten auf diesen einen Song: Der federleicht schwingende Roman des kongolesischen Autors Fiston Mwanza Mujila aus Graz über das untergehende Zaire. „Dieser Roman riecht nach Schweiß, nach Klebstoff und Bier. Er nähert sich den Hoffnungen und Enttäuschungen, dem ganzen Irrwitz des postkolonialen Afrika von ganz unten, aus der Perspektive kongolesischer Minenarbeiter, Glücksritter und Straßenkinder. Sie wollen überleben, versuchen aus dem Niedergang des korrupten Regimes des Diktators Mobutu ihre Vorteile zu schlagen. In Fiston Mwanza Mujilas Tanz der Teufel bersten eine Menge Träume. Und doch hat der Roman so überhaupt nichts Schweres an sich.“
    Fiston Mwanza Mujila, Tanz der Teufel (aus dem Französischen von Katharina Meyer und Lena Müller; Zsolnay)
  • „Wir sorgen für Sie“: Schrecklich, wenn Kunst ihre Versprechen bricht. Die New-York-Kolumne mit einem gewaltigen Theater. Von Kristen Roupenian
  • KRIMIKOLUMNE
    Åsa Larsson, Die Sünden der Väter (Bertelsmann)

    Mathijs Deen, Der Holländer (Mare)

    Ursula Hasler, Die schiere Wahrheit (Limmat)

 

  • „An Europas frischen Mördergruben“: Ein Buch wie eine Matrjoschka: Aleš Štegers dystopischer Roman Neverend, der sich gegenwärtig besonders beklemmend liest. „Alle sind ziemlich finster. Das liegt nicht an der schwarzen Phantasie der Gefängnisinsassen, sondern an ihrer tiefen Wahrhaftigkeit. Es sind Geschichten aus dem Jugoslawien-Krieg. Der slowenische Autor Aleš Šteger, Mitglied der Berliner Akademie der Künste, führt hier zu einer noch frischen Mördergrube Europas (…)“
    Aleš Šteger, Neverend (a. d. Slow. v. Matthias Göritz/ Alexandra Natalie Zaleznik; Wallstein)
  • „‚Das war weder komfortabel noch entspannend'“: Moderatorin Marietta Slomka im Interview über unglamouröses Lungern, Tankstellen-Chips für Politiker und ihr Buch Nachts im Kanzleramt.
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