Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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- „Schon mal ein Stachelschwein geknuddelt?“: Frösche küssen war gestern: Oren Lavie und Anke Kuhl zeigen, wie man eine Kröte nach allen Regeln der Kunst umarmt. „Es handelt sich um eine wahre, schöne und gute Binse, die man Kindern kaum hübscher unterjubeln könnte. (…) Anke Kuhl verleiht der Geschichte mit lockerer Hand Dynamik und flirrende Ausdruckskraft – die Augen, die Gesichter!“
Oren Lavie, Anke Kuhl, Konrad Kröterich und die Suche nach der allerschönsten Umarmung (aus dem Englischen von Mathias Jeschke; Fischer Sauerländer) - „Das All sind wir“: Erin Entrada Kelly schildert, wie man allen Widerständen zum Trotz eine Familie werden kann. „Wie in ihrem Vorgängerroman sind die Figuren auch in Kellys jüngstem Buch wieder Außenseiter, deren Probleme (und Lösungen), erzählerisch sehr geschickt, immer drängender werden, je näher der Start der Challenger-Raumfähre rückt. Es geht ums Hübsch- und Schlausein, um Wutausbrüche und Gewissensbisse sowie um die Frage, wie man allen Widerständen zum Trotz eine Familie werden kann. Es geht um alltägliche Sorgen dreier Jugendlicher in Park, Delaware, und um die Zukunft der Menschheit im Weltraum. Und alles zusammen entfaltet bei Erin Entrada Kelly klugerweise die gleiche existenzielle Wucht.“
Erin Entrada Kelly, Die Nelsons greifen nach den Sternen (aus dem Englischen von Beate Schäfer; dtv) - „Die Frage nach der Schuld“: No Game erzählt vom alltäglichen Missbrauch in einer Universitätsstadt. „Natasha Friends Jugendroman „No game – Jetzt ist Schluss mit Schweigen!“ behandelt trotz seines eher reißerischen deutschen Titels sensibel ein immer noch aktuelles Thema: Nora, der Hauptfigur des Romans, wurden Drogen ins Getränk gemischt. Dass sie nicht vergewaltigt wurde, ist allein dem Zufall zu verdanken. (…) Die eigentliche Spannung des Romans besteht darin, ein Umfeld zu beleuchten, in dem Vorfälle wie dieser öfter passieren, als man meinen mag.“
Natasha Friend, No game – Jetzt ist Schluss mit Schweigen! (aus dem Englischen von Jessika Komina und Sandra Knuffinke; Magellan Verlag)
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- „Dschungelfieber“: „Ich wäre lieber tot, als zu einem Psychoanalytiker zu gehen“: Der Regisseur Werner Herzog wird 80 und hat seine Autobiografie geschrieben. Ein Ereignis. „(…) Anekdoten allein ergäben noch kein Buch, das dem Herzog’schen Wesen angemessen wäre. Ergänzt werden sie unter anderem von Nachdrucken optischer Täuschungen und geometrischen Rätseln, die ihn lange beschäftigt haben. Davon berichtet er ganz schwärmerisch. Herzog, der seinen Vorlass längst in der Werner-Herzog-Stiftung gebündelt hat, ist in diesem Buch auch eine gewisse Nachlassorientierung anzumerken.“
Werner Herzog, Jeder für sich und Gott gegen alle (Hanser)
- „Wanderer zwischen den Welten“: Kristina Milz porträtiert den fast vergessenen jüdischen Orientalisten Karl Süßheim (1878 – 1947), der zwischen München und Istanbul sein Glück suchte und den Nazis nur mit knapper Not entkam. Eine anrührende Geschichte über einen diplomatischen Patrioten und ewigen Außenseiter. „Eine angemessene Ehrenrettung für den vergessenen bayerischen Orientalisten aber leistet erst die eindrucksvolle, quellenstarke Biografie der Münchner Historikerin und Turkologin Kristina Milz.“
Kristina Milz, Karl Süßheim Bey (1878 – 1947). Eine Biografie über Grenzen (Metropol-Verlag)
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- heute nichts