Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
![]()
- Marilynne Robinson, Jack. Roman. (S. Fischer Verlag)
„Gute Erzeuger im Sinne des Ausleseprinzips“: Dorothee Schmitz-Köster entwirft eine Typologie der Männer, deren Kinder in Lebensborn-Heimen der SS zur Welt kamen. „Im Mittelpunkt des Bandes steht der Entwurf einer Typologie dieser Lebensborn-Väter anhand von Fallbeispielen, die die Autorin aus Quellen in verschiedenen Archiven, darunter im Bundesarchiv und in den Arolsen Archives, ausfindig gemacht hat. (…) Besonders bedrückend lesen sich die von Schmitz-Köster aufgelisteten Beispiele, in denen Kinder ihre Väter nie kennenlernten, oder die Fälle, in denen die in Lebensborn-Heimen Neugeborenen nicht den NS-Rassevorstellungen entsprachen, weil sie etwa mit Gendefekten zur Welt kamen. Sie mussten die Lebensbornheime verlassen und wurden in Euthanasieanstalten gebracht.“
- Dorothee Schmitz-Köster, Unbrauchbare Väter. Über Muster-Männer, Seitenspringer und flüchtende Erzeuger im Lebensborn. (Wallstein Verlag)
„Ankunft aus dem Meer und Abschied auf das Meer“: Nina Polaks Roman Zuhause ist ein großes Wort über das sprunghafte Wesen einer jungen Frau. „Nina Polaks Interesse an den Themen Bindung und Beziehung ist an einigen Stellen anschaulich umgesetzt. Das Buch hat aber einen eher episodischen Charakter, die lange Form erweist sich als Konstrukt. (…) Polaks psychologische Neugierde ist unabhängig von der literarischen Form der Erzählung. Roman aber ‚ist ein großes Wort‘ für den Versuch von Nina Polak.“
- Nina Polak, Zuhause ist ein großes Wort. Roman. (aus dem Niederländischen von Stefanie Ochel; Mareverlag)
- Jerry Z. Muller, Professor der Apokalypse. Die vielen Leben des Jacob Taubes. (aus dem englischen von Ursula Kömen; Jüdischer Verlag)
„Ausgebrannte dieser Erde“: Sara Weber fragt, was wäre, wenn wir alle weniger arbeiteten. „Für die Autorin spricht alles dafür, dass es an der Zeit ist, unsere Einstellung zu Arbeit zu ändern: Während multiple Krisen den Glauben an eine bessere Zukunft erschüttern, scheint auch das individuelle Versprechen des Aufstiegs durch Arbeit nicht mehr zu gelten. (…) Die Grundthese des Buches ist entsprechend, dass jede gemeinsam erreichte Verbesserung nicht nur dem Einzelnen, sondern der gesamten Gesellschaft zugutekommen kann und muss. Das erscheint alles grundvernünftig, aber auch so naheliegend, dass man gerne etwas mehr darüber erfahren hätte, warum es nicht längst in großem Stil umgesetzt wurde.“
- Sara Weber, Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten? (Kiepenheuer & Witsch)
- Ulrike Draesner, Die Verwandelten. Roman. (Penguin)