Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
„Dieser Mann ist mehr als ein Kontinent Ein Jahrhundert im Blick eines seiner größten Schriftsteller: Die fabelhafte Sammlung „Ozean“ mit den Beobachtungen von Victor Hugo. Deren Herausgeber und Übersetzer Alexander Pschera hat ein Meisterwerk vollbracht.“
- Victor Hugo: Ozean. Dinge, die ich gesehen habe.Hrsg. und aus dem Französischen von Alexander Pschera (Matthes & Seitz)
„Baby Jane:In ihrem frühen, nun erstmals auf Deutsch erschienenen beschreibt die finnische Schriftstellerin Sofi Oksanen eine toxische Dreiecksbeziehung unter Frauen.“
- Sofi Oksanen: Baby Jane. Roman.Aus dem Finnischen von Angela Plöger. (Kiepenheuer & Witsch)
„Mafiose Matrix: Als Politik, Mafia und Unterwelt in Italien gemeinsame Sache machten: Giuliano Turone rekonstruiert die Machenschaften rund um die Loge P2.“
- Giuliano Turone: Geheimsache Italien“. Politik, Geld, Verbrechen. Aus dem Italienischen von K. Ruschkowski (Marix Verlag)
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„Wie wird man mit seiner Familie fertig? Die italienische Schriftstellerin Veronica Raimo versucht es in ihrem Roman mit Humor. Genussvoll rückt Raimo ihren Figuren mit ihrem Hauptstilmittel auf die Pelle: dem der Übertreibung. Vor allem die Körperfunktionen sind dankbare Zielscheiben. Die komische Verzerrung funktioniert auch deshalb, weil der Roman, ähnlich wie die Wohnung, in lauter kleine Einheiten gegliedert ist: Permanent prasseln Kurzkapitel auf den Leser ein, pendeln zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her, wechseln zwischen den Schauplätzen Rom und Berlin, atemlos und schnell getaktet wie die Nummern einer Komikerin.“
- Veronica Raimo: Nichts davon ist wahr. Aus dem Italienischen von Verena von Koskull (Klett Cotta)
„Das hat Klasse: In Emma Clines Roman schmarotzt sich eine junge New Yorkerin durch die Hamptons. Ein Roman, der soziale Ungerechtigkeit meisterhaft vorführt.“
- Emma Cline: Die Einladung. Roman. Aus dem Englischen von Monika Baark (Hanser)
„Tristesse Royale mit Arschgeweih: Der Pop-Historiker Jens Balzer hat sich die Irrungen und Wirrungen der Neunziger noch einmal angesehen. Im Kern funktioniert das Buch wie die beliebten Rückschausendungen im Fernsehen. Viele bunte Bilder von früher, Erläuterungen aus dem Off, Zahlen, Daten, kuriose Details. Das Gute bei Balzer ist jedoch: Bei ihm sitzt nicht ständig Elton oder einer von den Prinzen im Bild und erzählt, wie es damals so war. Und das muss man ihm unbedingt zugutehalten. Schönes Buch.“
- Jens Balzer: No Limit: Die Neunziger – das Jahrzehnt der Freiheit. (Rowohlt Berlin)
„Als der Meister eine neue Anstellung suchte: Hans van Ess’ Übersetzung der „Gespräche“ des Konfuzius folgt einer konsequent biografischen Lesart. Das ist eine vehemente Stellungnahme, allerdings droht das Konkrete ins Triviale umzuschlagen.“