Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
„Thomas Manns Erbe am Pazifik“: Zwiebelsuppe und Ice Cream: Ein Prachtband widmet sich Geschichte und Gegenwart des Thomas-Mann-Hauses in Los Angeles. „Der ausgestellte Reiz des Ortes, verstärkt durch die großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien von Jean Molitor, wird flankiert von Überlegungen dazu, wie die Vereinigten Staaten seither mit Flüchtlingen umgegangen sind und wie schwer für viele Menschen heute das Leben in Los Angeles ist. Die Widmung des Bandes, ‚den émigrés in Kalifornien und jenen, die es nicht ins Exil geschafft haben‘, erinnert daran, wie außergewöhnlich Thomas Manns amerikanische Erfolgsgeschichte war.“
- Nikolai Blaumer, Benno Herz (Hrsg.), Das Thomas Mann House. Politischer Denkort am Pazifik. (mit Fotografien von Jean Molitor; Wallstein Verlag)
„Der amerikanische Pavian twittert nach Jidada“: Eine postkoloniale Tiergeschichte auf mehr als 450 Seiten? Das mag abschreckend klingen. Tatsächlich zeigt NoViolet Bulawayos Glory, wozu die internationale Gegenwartsliteratur imstande ist. „Obwohl Glory alles andere als einheitlich erzählt ist, ja das Nebeneinander unterschiedlichster Töne, Stile und Sprechweisen eine ganz eigene Vielstimmigkeit hervorbringt, wirkt Schönherrs Übersetzung aus einem Guss. Vor allem nimmt sie nirgendwo das Tempo heraus, mit dem die Autorin ihre Leser durch die turbulente Handlung ihres Romans hindurchtreibt.“
- NoViolet Bulawayo, Glory. Roman. (aus dem Englischen von Jan Schönherr; Suhrkamp Verlag)
„Endstation, bitte alle aussteigen“: Bei mir ist alles biologisch, wollen Sie mal fühlen? Susanne Schmidt fährt mit dem Bus durch Berlin und berichtet von ihren Eindrücken und der Berliner Schnauze. „Wer daneben eine Portion ‚Die da oben‘-Kritik und die Beliebigkeit der vorgestellten Szenen verkraften kann, dem bietet Schmidt einen unterhaltsamen Stadtführer, der den Bus zu einem so kuscheligen Ort der Geborgenheit macht, wie er es wohl niemals sein wird (…)“
- Susanne Schmidt, Please leave the bus hier. Ein Bus, 26 Haltestellen, eineBerlinerin erzählt. (Hanserblau Verlag)
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„Ach so, wir haben’s verbockt“: Eva Menasse diagnostiziert tiefschwarz den gesellschaftlichen Totalschaden. Nur warum lässt einen ihre Analyse so kalt? „Mag alles wahr sein – nur warum ist es so wahnsinnig egal? Ein literarischer Essay muss nicht immer genau sein, er muss nichts fertig erklären, er muss auch nichts lösen. Menasse allerdings vergisst vor lauter Schauder über das Internet alias „soziale Medien“ alias „Twitter“ alias „Facebook“ alias „Geräte“, Fragen zu stellen.“
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Eva Menasse, Alles und nichts sagen – Vom Zustand der Debatte
in der Digitalmoderne (Kiepenheuer & Witsch)
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