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Wie war Ihr Monat, Kristine Listau?

„Wie war Ihr Monat?“ fragen wir monatlich Branchenmenschen. Dieses Mal Kristine Listau, die mit ihrem Verbrecher Verlag als Verlegerin in diesem Jahr 30 Jahre feiert.

Kristine Listau (Foto: Nane Diehl)

Welcher Tag war ihr schönster im vergangenen Monat?

Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse. Als unser Verlag von rechtsradikalen Medien angegriffen wurde, kamen Kolleg:innen von kleinen und großen Verlagen, haben uns Alles Liebe zum 30ten gewünscht, zum Deutschen Verlagspreis gratuliert, uns in den Arm genommen und Solikäufe gemacht. Am Ende war aus Hassanwürfen eine große Liebeskampagne geworden. Bin immer noch ganz gerührt.

Worauf freuen Sie sich im kommenden Monat am meisten?

Im November lektoriere ich unsere Frühjahrsbelletristik, und Lektorat ist für mich die allerschönste Aufgabe im Verlag. Ich muss aber zugeben, dass ich auch Arbeiten mit Excel sehr liebe. Sprache und Zahlen – deswegen bin ich wohl Verlegerin geworden.

Welches Buch liegt aktuell auf Ihrem Nachttisch?

Fange jetzt an mit dem Roman „Die Tiefe“ von Ishbel Szatrawska, übersetzt aus dem Polnischen von Andreas Volk (Verlag Voland & Quist). Habe ich mir auf der Frankfurter Buchmesse empfehlen lassen. Bin sehr gespannt darauf.

Ganz frisch beendet: „The Death God’s Name“ von Denise Février von einem sehr jungen Verlag: Realm & Rune. Überraschend toller Fantasy-Roman, überraschend, weil mein erstes Fantasybuch seit mindestens 20 Jahren. Ich hatte so viel Spaß.

Wären Sie ein Buch, welches wäre es?

Ich wünschte mir, ich wäre ein Kinderbuch von Nadia Budde aus dem Peter Hammer Verlag, „Die Band, die keine kennt“ zu Beispiel. Glücklich , verrückt, laut. Aber eigentlich ich bin zurzeit „Heiss. Liebeserklärung an die Wechseljahre“ von Stefanie de Velasco – auch sehr schön, und auf sehr gute Weise laut. Es ist ein wichtiges, weil erkenntnisreiches Buch, das sich wie eine verrückte, lustige und zugleich sehr ernste Freundin anfühlt. Das wäre ich auch gern.

Welches Buch haben außer Ihnen alle gemocht?

„Der kleine Prinz“. Schlimm.

Über welches Thema wollen Sie im kommenden Monat mehr lesen?

Schöne und lustige Ideen für Buchhandel und Verlage für das angehende Weihnachtsgeschäft, die alle bestärken und hoffnungsvoll stimmen.

Von wem würden Sie gerne mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?

Christiane Goebel von der Brencher Buchhandlung. Wir hatten eine so gute Zeit zusammen in der Jury des Bücherfrauen-Literaturpreises. Eine großartige Frau.

Welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie eigentlich gern beantwortet?

Eine von diesen: Was fehlt Ihnen am meisten? Was macht Ihnen am meisten Spaß? Was werden Sie im nächsten Leben?

Und wie lautet Ihre Antwort darauf?

Private Lesezeit und solidarische Gesellschaft. Mit Freund:innen essen, trinken und über Bücher sprechen und lästern. Archivarin oder Landwirtin.

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