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Zum Ende des Literaturförderprogramms Goethe-Institut im Exil

Auch in einem weiteren Literaturförderprogramm kam es zuletzt zu Kürzungen und Unmut über die nicht ausreichende Kommunikation hierzu. Die Berliner Literaturkonferenz (BLK) hat zur sofortigen Einstellung des
Programms “Goethe-Institut im Exil” wie folgt Stellung bezogen:

Die Berliner Literaturkonferenz (BLK), der Zusammenschluss der institutionell geförderten Literaturhäuser, der Literaturfestivals und der Freien Literaturszene Berlins, hat mit großem Unverständnis zur Kenntnis genommen, dass das Goethe-Institut sein erfolgreiches Programm “Goethe-Institut im Exil” mit sofortiger Wirkung
eingestellt hat. Das Programm “Goethe-Institut im Exil” wurde 2022 ins Leben gerufen und präsentierte auf den Bühnen Berlins die künstlerische Arbeit von Künstler:innen und Autor:innen, die aus Krisen- und Kriegsgebieten stammen, insbesondere aus Ländern und Gebieten wie Afghanistan, der Ukraine, Syrien oder Palästina, in denen Goethe-Institute aufgrund erhöhter Sicherheitsbedenken schließen mussten oder nur in sehr eingeschränktem Maße tätig sein können.

Die Mitglieder der BLK sind bestürzt, dass dieses künstlerisch bedeutende Projekt der kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenarbeit restlos und von einem Tag auf den anderen gestrichen wurde. Nicht nur gefährdet diese Kürzung die Arbeitsplätze der von uns sehr geschätzten Mitarbeiter:innen des Programms, sondern sie zerstört auf einen Schlag gewachsene internationale Netzwerke und kulturellen Austausch,
beides wesentlich für die gesellschaftliche Integration und Partizipation der betroffenen Künstler:innen und Autor:innen.

Insbesondere erschüttert uns die Art und Weise, wie das laufende Programm ad hoc und ohne ausreichende Vorankündigung an die Künstler:innen und Kooperationspartner:innen ersatzlos gestrichen wurde. Viele Mitglieder der BLK sind seit Jahren verlässliche Partner des Programms “Goethe-Institut im Exil”. Seit 2022
wurden etliche gemeinsame Literaturveranstaltungen realisiert – gut besucht und künstlerisch wertvoll. Auch in dieser und der nächsten Woche waren gemeinsame Veranstaltungen geplant, für die selbstverständlich schon alle Verträge geschlossen wurden.

Der Umgang mit uns als Kooperationspartner:innen, die kurzfristig und innerhalb von nur wenigen Tagen vor den geplanten Veranstaltungen von der sofortigen Streichung des Programms zu erfahren und teils nur durch die Presse informiert zu werden, lässt uns höchst verwundert zurück. An dieser Stelle wäre eine schriftliche
Erläuterung allen Partner:innen gegenüber äußerst wünschenswert.

Es ist mehr als bedauerlich, dass das erfolgreiche Programm “Goethe-Institut im Exil” restlos und ersatzlos gestrichen wurde, ist es doch genau diese Art von Projekten, die zur kulturellen Verständigung und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen. Wir protestieren gegen die Streichung dieses wichtigen Programms und plädieren dafür, dass der Vorstand des Goethe-Instituts zusammen mit dem Auswärtigen Amt diese Entscheidung umgehend überdenkt.

Berlin, den 28.02.2026

Dr. Sonja Longolius und Janika Gelinek, Literaturhaus Berlin
Dr. Annette Wostrak, LesArt Berlin
Dr. Alexander Graeff, BROTFABRIK Berlin
Katharina Schultens, Haus für Poesie
Dr. Florian Höllerer, Literarisches Colloquium Berlin e.V. (LCB)
Dr. Christian Hippe, Literaturforum im Brecht-Haus
Lavinia Frey, internationales literaturfestival berlin (ilb)
Martin Jankowski, Berliner Literarische Aktion
Netzwerk freie Literaturszene Berlin e.V. (NFLB)
Lettrétage
Berliner Bücherfest

www.berliner-literaturkonferenz.de
Sprecher*innen: Dr. Annette Wostrak / LesArt – Berliner Zentrum für Kinder- und
Jugendliteratur. wostrak@lesart.org
Dr. Alexander Graeff / BROTFABRIK Berlin, ag@brotfabrik-berlin.de

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