Die Medienunternehmen Die Welt, Radio 3 RBB, Neue Zürcher Zeitung und ORF-Radio Österreich 1 stellen monatlich die „Sachbücher des Monats“ zusammen. Dieses Mal dabei:
1. Jörg Baberowski: Am Volk vorbei. Zur Krise der liberalen Demokratie, C. H. Beck Verlag, 208 Seiten, € 25,00
2. Eva von Redecker: Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus, S. Fischer Verlag, 269 Seiten, € 24,00
3. George Orwell: Zeilen der Zeit. Kolumnen aus einem Jahrhundert im Umbruch. Übersetzt von Lutz-W. Wolff, Verlag Philipp Reclam jun., 267 Seiten, € 25,00
4. Susanne Heim: Die Abschottung der Welt. Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen 1933 – 1945, C. H. Beck Verlag, 384 Seiten, € 34,00
5. Matthias Brandt: Nein sagen. Über den 20. Juli 1944, meine Eltern und die persönliche Verantwortung heute, Verlag Kiepenheuer & Witsch, 120 Seiten, € 16,00
6.-7. Hans Ulrich Gumbrecht: Sepp. Mein Leben auf Halbdistanz, Suhrkamp Verlag, 493 Seiten, € 30,00
Volker Ullrich: Helmuth James von Moltke, oder: wie man den Mut zum Widerstand findet, C. H. Beck Verlag, 428 Seiten, € 32,00
8. Daniel Cohn-Bendit /mit Marion van Renterghem: Erinnerungen eines Vaterlandslosen. Übersetzt von Petra Willim, Verlag Jacoby & Stuart, 216 Seiten, € 26,00
9. Bernhard Schlink: Gerechtigkeit, Diogenes Verlag, 199 Seiten, € 25,00
10. Armin Nassehi: Anmerkungen zum Antisemitismus. Die Funktion der Judenfeindschaft und das westliche Selbstverständnis, C. H. Beck Verlag, 237 Seiten, € 22,00
Besondere Empfehlung des April: Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger (Rektorin Wissenschaftskolleg zu Berlin / Institute for Advanced Study): Martin Schulze Wessel, Die übersehene Nation. Deutschland und die Ukraine seit dem 19. Jahrhundert. C.H. Beck Verlag, 287 S., € 28,00.
Bis zum Jahr 2014 war die Ukraine für die allermeisten Deutschen ein blinder Fleck. Welche tieferliegenden historischen Ursachen das hat und wie eng die Geschichten beider Länder verknüpft waren, zeigt das aktuelle Buch des Münchner Osteuropa-Experten. Er schlägt einen großen Bogen von der deutschen Unterstützung der ukrainischen Nationalbewegung im Ersten Weltkrieg über deren Kollaboration mit dem NS-Regime und die Folgen des deutschen Vernichtungskrieges bis hin zu der ambivalenten Politik von Angela Merkel und Olaf Scholz, in der diese spannungsvolle Geschichte bis vor Kurzem nachwirkte. Seine These lautet, dass wir uns allzu lange „den russischen imperialen Blick auf die Ukraine zu eigen“ gemacht haben. (Barbara Stollberg-Rilinger)
Die Jury: Tobias Becker, Der Spiegel; Natascha Freundel, radio 3 vom rbb; Dr. Eike Gebhardt, Berlin; Knud von Harbou, Feldafing; Prof. Jochen Hörisch, Unversität Mannheim; Günter Kaindlstorfer, Wien; Dr. Otto Kallscheuer, Sassari, Italien; Petra Kammann, FeuilletonFrankfurt; Jörg-Dieter Kogel, Bremen; Dr. Wilhelm Krull, Hamburg; Marianna Lieder, Berlin; Lukas Meyer-Blankenburg, Redaktion Das Wissen, SWR; Gerlinde Pölsler, Der Falter, Wien; Marc Reichwein, DIE WELT; Thomas Ribi, Neue Zürcher Zeitung; Prof. Dr. Sandra Richter, Deutsches Literaturarchiv Marbach am Neckar; Wolfgang Ritschl, ORF Wien; Florian Rötzer, krass-und-konkret, München; Norbert Seitz, Berlin; Mag. Anne-Catherine Simon, Die Presse, Wien; Prof. Dr. Philipp Theisohn, Universität Zürich; Dr. Andreas Wang, Berlin; Prof. Dr. Harro Zimmermann, Bremen; Stefan Zweifel, Zürich.