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Zweite „Buchmesse für zensurfreie russischsprachige Literatur“ in Berlin

Vom 1. bis 3. Mai findet in Berlin zum zweiten Mal die Buchmesse für zensurfreie russischsprachige Literatur
Berlin Bebelplatz
statt. Mehr als 90 Veranstaltungen an drei Tagen bieten ein vielfältiges Programm aus Diskussionen, Begegnungen, Präsentationen, Pitching-Formaten, Signierstunden sowie einem umfangreichen Kinderprogramm.

Ort: PalaisPopulaire, Unter den Linden 5, 10117 Berlin
Website RUSSISCH: https://bookfair-berlin.de/
Website DEUTSCH: https://bookfair-berlin.de/de/

An der zweiten Berliner Buchmesse für russischsprachige Literatur beteiligen sich insgesamt 23 russischsprachige Verlage außerhalb Russlands sowie 12 Zeitschriften- und Medienprojekte. Das Programm umfasst mehr als 90 Veranstaltungen – von großen Podiumsdiskussionen und Festivals bis hin zu Lesungen, Projektpräsentationen und einem Kinderprogramm.

Ein zentraler Programmpunkt ist die Auftaktveranstaltung am 1. Mai unter dem Titel „Russischsprachige Kultur und Buchverlagswesen außerhalb Russlands. Entwicklungsstrategien in Europa“. Die Diskussion richtet sich insbesondere an deutsche Medien, Verlage, Literaturagenturen, Blogger:innen sowie Vertreter:innen von Stiftungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Russischsprachige Intellektuelle, Politolog:innen und Verleger:innen diskutieren dabei aktuelle Entwicklungen und Perspektiven der russischsprachigen Kultur im europäischen Exil. Die Veranstaltung wird simultan ins Deutsche übersetzt.

Weitere große Diskussionen widmen sich Themen wie queerer Literatur als politischem Ausdruck, neuen Strömungen in der russischsprachigen Literatur, aktuellen literarischen Medienprojekten außerhalb Russlands sowie der Übersetzung zeitgenössischer Texte aus dem Russischen und ins Russische. Zudem wird der russischsprachige literarische Raum in Berlin mit seinen Schreibschulen, Lesekreisen und Bibliotheken vorgestellt.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen der Buchmesse ist kostenlos, eine Registrierung ist jedoch erwünscht:
https://fienta.com/de/berlinskaya-knizhnaya-yarmarka-russkoyazychnoy-literatury
Das gesamte Programm der Buchmesse wird Anfang April auf der Website veröffentlicht.

Hier gibt es eine Übersicht der Diskussionen am 1. Mai:

Diskussion: „Russischsprachiges Verlagswesen in Europa und Strategien der russischsprachigen Kultur im europäischen Kontext“
Mai 11:00 – 13:00 Uhr
Immanuelkirchstr. 4, 10405 Berlin
Miсhail Sсhisсhkin, Marina Davydova, Karl Schlögel, Ilya Kalinin, Alexander Morozov (Moderation)
Das russischsprachige Verlagswesen außerhalb Russlands erlebt derzeit einen deutlichen Aufschwung. Aufgrund von Zensur, Verboten und politischer Verfolgung von Autor:innen in Russland sind in den vergangenen Jahren zahlreiche neue russischsprachige Verlage, Buchmessen und Literaturpreise im Exil entstanden. In diesen Publikationen erscheint die russische Sprache nicht als Instrument staatlicher Propaganda, sondern als Sprache freier Literatur – offen für Diversität, kritische Reflexion und internationale Vernetzung. Die Berliner Buchmesse richtet sich dabei auch an die große russischsprachige Community in Deutschland, zu der Schätzungen zufolge rund vier Millionen Menschen mit familiären Wurzeln in Russland, der Ukraine, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und anderen Ländern gehören. Im Zentrum der Diskussion steht die Frage, welche Themen Autor*innen im Exil bewegen, welche Perspektiven sich für russischsprachige Literatur in Europa eröffnen und wie diese Community auf Zensur, Repression und aktuelle geopolitische Konflikte reagiert.
Die Diskussion findet mit Simultanübersetzung ins Deutsche statt.

Diskussion: „Übersetzen russischsprachiger Literatur nach 2022: Öffentlichkeit, Verantwortung, Perspektiven“

Netzwerk-Moment im Anschluß: Austausch Übersetzer:innen –Lektorat/Verlage – Publikum
Mai 13:00 – 14:30 Uhr
Immanuelkirchstr. 4, 10405 Berlin
Ruth Altenhofer, Literaturübersetzerin (dekoder), Wien; Rosemarie Tietze, Literaturübersetzerin, München; Maria Schließer, Literaturagentin, Berlin; Friederike Meltendorf, dekoder (Moderation)
Seit dem 24. Februar 2022 hat sich das Arbeitsfeld für Literaturübersetzerinnen aus dem Russischen und ins Russische in Deutschland deutlich verändert: Aufträge, Netzwerke und Publikationsmöglichkeiten sind seltener geworden oder ganz weggebrochen. Gleichzeitig entstehen neue literarische Stimmen im Exil und in transnationalen Kontexten, die im deutschsprachigen Raum bislang nur wenig wahrgenommen werden. Dadurch droht eine wachsende Lücke im Zugang zu russischsprachiger Gegenwartsliteratur und Essayistik. Das von dekoder initiierte Panel möchte dieser Entwicklung entgegenwirken und neue Vermittlungsformate anstoßen, die Leserinnen, Übersetzerinnen, Autorinnen sowie Verlage, Literaturagenturen und Lektorate wieder miteinander ins Gespräch bringen.
Die Diskussion findet mit Simultanübersetzung ins Deutsche und Russische statt.

Diskussion: „Queere Freude als Widerstand“
Mai 14:30 – 16:30 Uhr
Immanuelkirchstr. 4, 10405 Berlin
Sergej Davydov, Ilja Danischewski, Sascha Kazantseva, Sascha Skochilenko, Jelena Kostjutschenko, Konstantin Kropotkin (Moderation)
In der öffentlichen Diskussion „Queere Freude als Widerstand“ geht es um die Frage, welche Bedeutung Freude in einer Welt hat, in der queere Menschen häufig mit Diskriminierung, Angst und gesellschaftlichem Druck zum Schweigen konfrontiert sind. Die Teilnehmenden sprechen darüber, wie Freundschaft, Liebe, Kreativität und das Streben nach Glück zu Formen des Widerstands werden können – und warum die Freude queerer Menschen nicht nur eine persönliche Erfahrung, sondern auch eine kulturelle und politische Praxis sein kann.
Die Diskussion findet mit Simultanübersetzung ins Deutsche statt.

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