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Neue Fördermöglichkeiten für Verlage und Autor:innen in Hamburg, Hessen und Berlin

(Foto: Adobe Stock)
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Das Bundesland Hamburg überraschte diese Woche bei der Landespressekonferenz mit der Ankündigung einer neuen Verlagsförderung für im Land ansässige Verlage. Derweil sind in Hessen und Berlin die Bewerbungskanäle für Buntstift-Stipendium und Berliner Verlagspreis offen.

Hamburg fördert unabhängige Verlage

Das Bundesland Hamburg hat eine strukturelle Förderung für unabhängige Verlage angekündigt. Förderfähig sind pro Runde bis zu 40 unabhängige Verlage mit einem Jahresumsatz von maximal zwei Millionen Euro und mindestens dreijährigem Firmensitz in Hamburg. Voraussetzung ist zudem, dass mindestens 75 Prozent der Einnahmen aus dem Verlegen von Literatur – Belletristik oder Sachbuch – stammen und jährlich mindestens drei eigenständige Publikationen erscheinen. Gefördert werden ausdrücklich Programme oder Programmsegmente, nicht einzelne Titel.

Die Fördersummen liegen – abhängig vom Jahresumsatz – zwischen 10.000 und 25.000 Euro pro Verlag. Eingesetzt werden können die Mittel unter anderem für Honorare von Autor:innen und Übersetzer:innen, Gestaltung, Satz, Illustrationen, Druck- und Herstellungskosten sowie alternativ für Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Messeauftritte oder Social Media.

Die strukturelle Verlagsförderung startet 2026 zunächst für ein Kalenderjahr. Ab 2027 soll sie jeweils für zwei Jahre gelten und im Rhythmus des Doppelhaushalts neu ausgeschrieben werden. Das Bewerbungsportal ist bereits geöffnet; Bewerbungen sind bis zum 15. Juni 2026, 23:59 Uhr, möglich. Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/behoerde-fuer-kultur-und-medien/verlagsfoerderung-1159374

Hessisches Buntstift-Stipendium für Kinder- und Jugendbücher fördert Diversität

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur schreibt das Stipendium „Buntstift“ erstmals für vielfältige, queere und altersgemäße Geschichten aus. Ziel ist, Geschichten für Kinder und Jugendliche zu entwickeln, in denen Verschiedenheit in all ihren Facetten die Themen und Hauptfiguren prägt. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2026. Das Buntstift-Stipendium ist eine Initiative des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur in Kooperation mit der schwedischen Kinderbuch-Konferenz „Barn- och Ungdomslitteratur Småland (SmåBUS)“ und dem Vielfalter-Literaturpreis des Kasseler Literaturhauses.

„Nur eine bunte und vielfältige Gesellschaft ist zukunftsfähig. Umso wichtiger ist, dass Kinder unterschiedliche Lebensentwürfe und Identitäten kennenlernen und als Normalität wahrnehmen. Mit unserem neuen Buntstift-Stipendium fördern wir Vielfalt zwischen den Buchdeckeln“, so Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels. „Hessen ist ein Literaturland mit großer Tradition. Wir wollen die Literaturförderung zukunftsgerichtet weiterentwickeln. Mit dem Stipendium knüpfen wir an das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel an, die Literaturförderung in Hessen auszubauen und insbesondere junge Menschen für Bücher zu begeistern.“

Bewerben können sich Schreibende und Illustrierende, die einen Bezug zum Land Hessen haben. Das Mindestalter ist 18 Jahre. Möglich sind Einzelbewerbungen sowie Bewerbungen als Zweier-Teams für ein gemeinsames Projekt. Die eingereichte Idee muss für ein original-deutschsprachiges Kinder- oder Jugendbuch sein, das sich mit queeren Themen und Figuren beschäftigt. Darunter fallen auch Bilderbuch und Graphic Novel. Nicht eingereicht werden können Ideen für Kurzgeschichten, Sachbücher, Theaterstücke, Drehbücher und Lyrik.

Das Buntstift-Stipendium bietet:

  • Teilnahme an der „SmåBUS International Children’s Book Conference“ in Småland (Schweden) vom 05. bis 07. Juli 2027 mit Workshops und Vorträgen internationaler Kreativschaffender aus dem Kinder- und Jugendbuchbereich (Unterkunft und Verpflegung während der Konferenz inklusive). Anreise ist am 04. Juli, Abreise am 08. Juli 2027. Konferenzsprache ist Englisch.
  • Einen dreiwöchigen Arbeitsaufenthalt (Selbstverpflegung) im Writer’s Cottage in Björköby (Småland/Schweden) im Anschluss an die Konferenz ab dem 08. Juli 2027 (die Gastgebenden bieten die Mitfahrgelegenheit vom Konferenz- zum Stipendienort). Die Teilnahme an den genannten Programmpunkten ist Bestandteil des Stipendiums.
  • Mentoring durch eine Verlagslektorin.
  • Präsentation der ausgewählten Kreativen mit ihrem Projekt im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2026 (7. bis 11. Oktober 2026) sowie bei der Verleihung des Vielfalter-Literaturpreises im September 2027 im Literaturhaus Kassel.
  • Eine finanzielle Stipendienpauschale in Höhe von 1.000 Euro pro Person sowie die Übernahme wesentlicher Programm-, Reise- und Aufenthaltskosten im Zusammenhang mit Konferenz, Arbeitsaufenthalt und Programmterminen

Den kompletten Ausschreibungstext gibt es auf kunst.hessen.de

Bewerbungsstart für den Berliner Verlagspreis 2026

In Berlin startet wiederrum heute startet die Ausschreibung für den Berliner Verlagspreis. Bis zum 10. Juli 2026 können sich in Berlin ansässige Verlage für den von den Senatsverwaltungen für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt ausgelobten, mit insgesamt 68.000 Euro dotierten Preis bewerben. Ausgezeichnet werden Verlage, die sich durch herausragende Programme, besonderes verlegerisches Engagement und innovative Impulse für die Verlagslandschaft hervortun.

Franziska Giffey, Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, betont: „(…) Unsere rund 150 Berliner Verlage sind ein wichtiger Teil der Kreativwirtschaft: Sie stehen für publizistische Qualität, kulturelle Vielfalt und bieten 3.000 Arbeitsplätze in unserer Stadt. Mit dem Berliner Verlagspreis würdigen wir dieses Engagement und stärken eine Branche, die für Demokratie, Innovation und die wirtschaftliche Strahlkraft Berlins unverzichtbar ist.“

Stefan Evers, Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, ergänzt: „Gerade in Berlin arbeiten viele Verlage unabhängig. Damit ist jedes neue Buch auch ein unternehmerisches Wagnis. Umso wichtiger ist es, dieses Engagement sichtbar zu machen und auszuzeichnen. Der Preis richtet sich an Verlage mit einem Jahresumsatz von bis zu zwei Millionen Euro und stärkt damit insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die mit ihren Programmen neue Impulse in die Verlagslandschaft bringen.“

Eine unabhängige Jury ermittelt nach Sichtung der Einsendungen eine Shortlist mit sechs Nominierten, die am 8. September bekannt gegeben wird. Erstmals gibt es in diesem Jahr einen Shortlist-Abend: Am 24. September werden die nominierten Verlage und ihre Programme im Literaturforum im Brecht-Haus in den Fokus gerückt und gefeiert. Die Preisverleihung findet am 15. November im Deutschen Theater statt.

Zur diesjährigen Jury gehören: Nadia Budde (Grafikerin, Kinderbuchillustratorin und Autorin), Björn Kuhligk (Autor), Shelly Kupferberg (Journalistin, Moderatorin und Autorin), Janin Präßler (Leiterin der Stadtbibliothek in Treptow-Köpenick), Richard Stoiber (MÄRZ Verlag) und Kurt von Hammerstein (Buchhändler Hundt Hammer Stein).

(von links nach rechts): Nadia Budde: © privat, Björn Kuhligk: © Michel Kekulé, Shelly Kupferberg: © David Frank, Janin Präßler: © privat, Richard Stoiber: © Christian Werner, Kurt von Hammerstein: © privat.

Um den Berliner Verlagspreis können sich alle in Berlin ansässigen Verlage mit einem Jahresumsatz von bis zu zwei Millionen Euro bewerben. Von der Vergabe ausgeschlossen sind Verlage, die sich mehrheitlich im Besitz einer größeren Verlagsgruppe befinden, sofern diese mehr als zwei Millionen Euro Gesamtumsatz erwirtschaftet. Der Preis unterteilt sich in den mit 26.000 Euro dotierten »Großen Berliner Verlagspreis« und zwei »Berliner Verlagspreise«, die mit jeweils 15.000 Euro dotiert sind. Die weiteren drei Verlage der Shortlist erhalten eine Anerkennung in Höhe von 4.000 Euro.

2025 wurden der MÄRZ Verlag, der BeBra Verlag und der Kraus Verlag ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Berliner Verlagspreis, den Vergabekriterien und den Teilnahmebedingungen finden Sie unter www.berlinerverlagspreis.de.

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Ein Kommentar

  1. Die Hamburger Förderung ist KEINE strukturelle Förderung! Es ist eine selektive Förderung eines sehr kleinen Bereiches. Für mich der sehr schwache Versuch, sich beim Thema Kulturförderung „rein zu waschen“ bzw. „mit wenig Einsatz einen guten Eindruck zu vermitteln“.

Antworte auf den Kommentar von Jan Weitendorf von Hacht Antwort abbrechen

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