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Der Literaturpreis der deutschen Wirtschaft 2026 geht an Marius Goldhorn

Marius Goldhorn (Foto: Johanna Lohr)

Den Literaturpreis der deutschen Wirtschaft 2026 erhält Marius Goldhorn für seinem Roman „Die Prozesse“ (Kiepenheuer & Witsch, 2025).

Marius Goldhorn sei mit seiner Near-Future-Dystopie ein vielgestaltiger Gesellschaftsroman für das 21. Jahrhundert gelungen. In reduzierter, zugleich poetisch verschlüsselter Sprache entwerfe Goldhorn eine Welt, in der digitale Realitäten, Klimawandel, politische Kämpfe um Umverteilung und koloniale Wiedergutmachung ineinanderflössen. Vor dieser Kulisse erzähle Goldhorn in lakonischer Introspektive eine queere Liebesbeziehung. „So entsteht ein Roman von komplexer Erzählkunst, der persönliche Beziehungen und globale Umbrüche ineinander verschränkt und seine Leser:innen mit großer atmosphärischer Dichte in den Bann zieht“, heißt es in der Begründung.

Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft vergibt seit 1953 im Förderbereich Literatur Preise an herausragende junge Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. In diesem Jahr standen neben Marius Goldhorn, Nina Bußmann und Ozan Zakariya Keskinkılıç auf der Shortlist des mit 20.000 Euro dotierten Literaturpreises der deutschen Wirtschaft.

Zum dritten Mal erhielten die nominierten Autor:innen die Möglichkeit, ihre Werke im Rahmen einer öffentlichen Lesung dem Publikum vorzustellen: Am 7. Mai 2026 präsentierten sie ihre Texte in den Münchner Kammerspielen – gemeinsam mit Schauspieler:innen des Ensembles, moderiert von der Literaturkritikerin Marie Schoeß.

Zwischen Lesung und Gespräch entstand ein lebendiger Wechsel: Autor:innen gaben Einblick in ihre Texte und Gedankenwelten, während Schauspielende Passagen neu zum Klingen brachten. „Junge Stimmen der Literatur“ eröffnete dem Publikum so eine vielstimmige Begegnung mit drei sehr unterschiedlichen literarischen Positionen.
Erstmalig tagte die Jury im Anschluss an die Lesung und verkündete die Entscheidung auf der Bühne. Die diesjährige Jury bestand aus den Fachberater:innen Barbara Mundel (Intendantin Münchner Kammerspiele), Maryam Aras (Literaturkritikerin), Dr. Ronald Düker (Literaturkritiker) sowie Mitgliedern des Gremiums Literatur des Kulturkreises.

Marius Goldhorn wurde 1991 in Lahnstein geboren und ist Autor des Romans „Park“ (Suhrkamp Verlag) und des Gedichtbandes „Yin“ (Korbinian Verlag). Seine Erzählungen und Essays wurden in mehrere Sprachen übersetzt. 2025 erschien sein zweiter Roman „Die Prozesse“ bei Kiepenheuer & Witsch.

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