Der hessische Kunst und- Kulturminister Timon Gremmels hat heute die Juryentscheidung für den Hessischen Verlagspreis 2026 bekanntgegeben: Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an die Frankfurter Verlagsanstalt. Den Sonderpreis in Höhe von 7.000 Euro bekommt die Büchergilde Gutenberg Verlagsgenossenschaft, ebenfalls mit Sitz in Frankfurt. Auf der Shortlist stehen zudem die Edition W aus Neu-Isenburg, der Verlag Brandes & Apsel aus Frankfurt sowie der Büchner-Verlag aus Marburg. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur vergibt den Hessischen Verlagspreis seit 2018 gemeinsam mit dem Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland e.V. im Börsenverein des
Deutschen Buchhandels.
„Unabhängige Verlage sind unverzichtbar für unsere Demokratie und unsere kulturelle Vielfalt. Sie schaffen Räume für Debatten, eröffnen neue Perspektiven und geben Stimmen Gehör, die unsere Gesellschaft bereichern und herausfordern. Diese wichtige Rolle ehren wir mit dem Hessischen Verlagspreis“, so Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels: „Die Frankfurter Verlagsanstalt überzeugt mit literarischer Qualität, großer
verlegerischer Sorgfalt und einem besonderen Gespür für starke Stimmen der Gegenwartsliteratur. Die Büchergilde Gutenberg Verlagsgenossenschaft zeigt, wie ein unabhängiges und mitgliedergetragenes Verlagsmodell Buchkultur nachhaltig stärken kann. Beide Verlage stehen beispielhaft für die kreative Kraft und die kulturelle Bedeutung der hessischen Verlagslandschaft. Ich gratuliere den Gewinnern herzlich zum Hessischen Verlagspreis sowie den drei Verlagen aus Neu-Isenburg, Frankfurt und Marburg zur Shortlist-Platzierung.“
Lothar Wekel, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins, ergänzt: „Joachim Unseld führt seit 1994 als erfahrener Verleger die Frankfurter Verlagsanstalt und gewann unter anderem 2016 mit Bodo Kirchhoffs ,Widerfahrnis‘ den Deutschen Buchpreis, erreichte mit Nino Haratischwilis ,Das mangelnde Licht‘ Bestsellerzahlen – und startet aktuell sein ,FVA POCKET‘-Programm. Ein gewichtiges literarisches Programm über viele Jahrzehnte hinweg, in welchem auch Erstlingswerke mehrfach mit dem aspekte-Literaturpreis des ZDF ausgezeichnet wurden. Ich würde schlicht sagen, der Hauptpreis für sein Gesamtwerk FVA war überfällig! Alexander Elspas und die traditionsreiche Büchergilde Gutenberg sind nicht
mehr voneinander zu trennen – als erfahrener Vertriebsmann weiß er seit über zehn Jahren die Clubgeschehnisse zu einem schönen Ganzen zu gestalten und als Buchmensch schlägt sein Herz für unglaublich gut gemachte Bücher – sodass ein genossenschaftlich geführter Buchverlag von Format entstand, der einmalig in unserem Land ist.“
Die Frankfurter Verlagsanstalt stehe seit vielen Jahren für literarisch anspruchsvolle Gegenwartsliteratur und habe sich mit einem sorgfältig kuratierten Programm weit über Hessen hinaus einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Die Jury habe insbesondere überzeugt, mit welchem Engagement und welcher verlegerischen Klarheit Joachim
Unseld den Verlag in den vergangenen Jahren erfolgreich neu positioniert und zu neuer Sichtbarkeit geführt habe. Hervorzuheben seien dabei insbesondere die sorgfältig gestalteten Taschenbucheditionen sowie die kontinuierlich hohe literarische Qualität des Gesamtprogramms, mit der die Frankfurter Verlagsanstalt einen wichtigen Beitrag zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur leiste.
Die Büchergilde Gutenberg Verlagsgenossenschaft wird für ihre herausragende verlegerische Gestaltungskultur und ihr besonderes genossenschaftliches Modell ausgezeichnet. Mit großer Sorgfalt produzierte Bücher, hochwertige Materialien, außergewöhnliche Illustrationen und eine besondere haptische Qualität machten die
Editionen der Büchergilde zu Gesamtkunstwerken, die sich deutlich vom üblichen Buchmarkt abhöben. Die Jury lobt, wie die Genossenschaft unter Leitung von Alexander Elspas mit ihrem mitgliedergetragenen Modell eine nachhaltige und unabhängige Form des Literaturvertriebs etabliert habe. Durch die enge Bindung ihrer Mitglieder gelinge es der Büchergilde, anspruchsvolle Buchgestaltung und verlegerische Qualität langfristig zu sichern und damit einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt der deutschen Verlagslandschaft zu leisten.
Für den Hessischen Verlagspreis bewerben können sich alle unabhängigen Verlage mit Firmensitz in
Hessen, deren jährlicher Umsatz unter zwei Millionen Euro liegt.
Die Preisverleihung findet am 23. Juni 2026 im Presseclub der Villa Clementine in Wiesbaden statt.







