Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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- „Im Grundriss der Geschichte“: Kein Wende- und auch kein Schlüsselroman: Eva Menasses neuer Roman Dunkelblum ist etwas Besseres. Auf bitterkomische Weise macht er ein historisches Ereignis zum Hintergrund eines Kleinstadtporträts im Jahr 1989. „Menasse inszeniert ihr Kleinstadtspiegelbild unserer Gesellschaft unendlich viel subtiler als Juli Zeh, deren Romane Unterleuten und Über Menschen ein ähnlich sozialkritisches Ziel verfolgen. (…) Menasse hat Zeh auch den Schmäh voraus, ihr Buch ist bitterkomisch.“
Eva Menasse, Dunkelblum (Kiepenheuer & Witsch) - „Wie das Hochland zum Gemeinplatz wurde“: Walter Scott kommt im Roman Chrystal Croftangrys Geschichte zu überraschenden Einsichten. „Der mit Kinderlähmung geschlagene Scott war einer der produktivsten Menschen, die man sich vorstellen kann, sowohl in der realen wie in der imaginären Welt.“
Sir Walter Scott, Chrystal Croftangrys Geschichte (hrsg., aus dem Englischen und mit einem Nachwort von Michael Klein; Morio Verlag) - „Kapitalismus aufessen“: Holz aus poetischen Wäldern: Martina Hefters Langgedichte stärken eine heute seltene Lyrikform. „Lange Gedichte kommen einem nicht alle Tage unter die Augen. Aber doch mit dem vierten Lyrikband der Leipziger Autorin und Performerin Martina Hefter. Er enthält fünf lange Gedichte, das umfangreichste hat immerhin 26 Seiten.“
Martina Hefter, In die Wälder gehen. Holz für ein Bett klauen. Gedichte. (Kookbooks)
- „Im Grundriss der Geschichte“: Kein Wende- und auch kein Schlüsselroman: Eva Menasses neuer Roman Dunkelblum ist etwas Besseres. Auf bitterkomische Weise macht er ein historisches Ereignis zum Hintergrund eines Kleinstadtporträts im Jahr 1989. „Menasse inszeniert ihr Kleinstadtspiegelbild unserer Gesellschaft unendlich viel subtiler als Juli Zeh, deren Romane Unterleuten und Über Menschen ein ähnlich sozialkritisches Ziel verfolgen. (…) Menasse hat Zeh auch den Schmäh voraus, ihr Buch ist bitterkomisch.“
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- „Arm ohne Charme“: In seinem neuen Roman porträtiert Maxim Biller einen Antisemiten, der nur manchmal einer sein will. „Er verarbeitet all die Walser- und Grass-Debatten, ohne sie namentlich zu erwähnen, kompensiert und sublimiert Rainald Goetz, Frank Schirrmacher und Christian Kracht in spätem Staunen oder frecher Parodie. Längst ist Biller selbst berühmt und in der Position, von jüngeren Autorinnen und Autoren angegriffen zu werden, aber hier schreibt er wie jemand, der sich nun etwas Neues zutraut.“
Maxim Biller, Der falsche Gruß (Kiepenheuer & Witsch) - „Theorie für die Wirklichkeit“: Die Denkrichtung des „Neuen Materialismus“ wird immer populärer. Klimakrise und Naturkatastrophen dienen ihr als Beweise dafür, dass die Realität doch nicht sozial konstruiert ist. Lässt sich die Gegenwart so tatsächlich besser verstehen? „Der Band resultiert aus einer zweijährigen Lektürerunde von Studierenden, die sich aktuelle theoretische Texte vorgenommen haben. Die Beiträge widmen sich zentralen Grundbegriffen literaturwissenschaftlicher Debatten.“
Katharina Hoppe, Thomas Lemke, Neue Materialismen zur Einführung (Junius)
Patrick Durdel, Florian Gödel, Christian Lamp, Lena Pfeifer, Annika M. Schadewaldt, Julius Thelen, Zoe Zobrist (Hg.): Literaturtheorie nach 2001 (Matthes & Seitz)
- „Arm ohne Charme“: In seinem neuen Roman porträtiert Maxim Biller einen Antisemiten, der nur manchmal einer sein will. „Er verarbeitet all die Walser- und Grass-Debatten, ohne sie namentlich zu erwähnen, kompensiert und sublimiert Rainald Goetz, Frank Schirrmacher und Christian Kracht in spätem Staunen oder frecher Parodie. Längst ist Biller selbst berühmt und in der Position, von jüngeren Autorinnen und Autoren angegriffen zu werden, aber hier schreibt er wie jemand, der sich nun etwas Neues zutraut.“
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- „Vertiert euch!“: Mara-Daria Cojocaru träumt in ihren aktuellen Gedichten von einer neuen Ordnung für Mensch und Tier. „Sprache kann vielleicht nichts heilen, aber sie vermag Verbindungen aufrechtzuerhalten oder überhaupt erst zu knüpfen. (…) Am Ende bleibt ein wunderlicher Knäuel, der, rund und bunt, an einen bislang noch nicht entdeckten Planeten erinnert.“
Mara-Daria Cojocaru, Buch der Bestimmungen (Schöffling & Co.) - „Seine Zuversicht“: Sechs CDs lassen den Redner Rudi Dutschke in alter Größe erstrahlen. „Der Ousia-Leserkreis-Verlag hat nun für Dutschke-Fans und -Forscher, aber auch für noch nicht Eingeweihte eine bombastische CD-Box „Die Stimme der Revolution. Rudi Dutschke in zwölf Originalaufnahmen“ herausgebracht, die sich sehen und vor allem hören lässt: Sechs CDs, 700 Minuten aufgenommen zwischen 1965 bis 1979 und 128 Seiten in zwei Booklets. (…) Bereichernd sind auch die zahlreichen Texte, die der CD-Box beiliegen, und so findet man in den beiden Heftchen nicht nur ein umfangreiches Glossar mit Informationen zu den Aufnahmen und Teilnehmern, sondern auch einführende Essays und selbst einen Text von Rudi Dutschke.“
Die Stimme der Revolution. Rudi Dutschke in zwölf Originalaufnahmen. CD-Box (Ousia)
- „Vertiert euch!“: Mara-Daria Cojocaru träumt in ihren aktuellen Gedichten von einer neuen Ordnung für Mensch und Tier. „Sprache kann vielleicht nichts heilen, aber sie vermag Verbindungen aufrechtzuerhalten oder überhaupt erst zu knüpfen. (…) Am Ende bleibt ein wunderlicher Knäuel, der, rund und bunt, an einen bislang noch nicht entdeckten Planeten erinnert.“