
Das fragen wir immer zuerst: Worum geht es in Müll?
Wolf Haas: Um einen Müllmann namens Brenner, der früher Detektiv und noch früher Kriminalpolizist war. Leider passiert auch auf dem Mistplatz etwas. Dumm für den Brenner, gut für den Autor.
Mistplatz ist das, wir wir in Deutschland Wertstoffhof nennen würden. Die eigene Welt dort haben Sie ziemlich gut getroffen.
Ja, ich hab öfter mal Zeug hingebracht, ein sehr positiver Nebeneffekt für meinen Haushalt. Es ist sehr schön dort, eine aufgeräumte Legowelt, wo man am liebsten bleiben würde.
Warum mussten wir acht Jahre auf einen neuen Brenner warten?
Mir ist nicht aufgefallen, dass es so lang war. Ich war immer mit Mülltrennen beschäftigt.
Im neuen Brenner geht es um Müll, von dem wir alle zu viel produzieren, aber auch um das Spenden von Organen, an denen es in der Regel eher mangelt. Sie werden mit dem neunten Brenner politisch?
So politisch im engeren Sinn ist es nicht. Mich hat die interessante Situation fasziniert, dass in Deutschland eine andere Regelung für die Organentnahme gilt als in Österreich. (Die deutsche Leiche muss zustimmen, die österreichische muss widersprechen.) Daraus folgt die Frage, was ist, wenn ein Österreicher in Deutschland stirbt oder ein Deutscher in Österreich. Wem gehören dann die Nieren?
Mich hat wieder begeistert, wie Sie es schaffen, mit Ihrer eigenen Brenner-Diktion das Krimi-Genre zu sprengen. Aber mit welchem Argument kann man Kunden, die noch nie einen Brenner gelesen haben, zum Kauf von „Müll“ überzeugen?
Wenn du jetzt nicht sofort kaufst, hol ich die Buchhändlerin!
Die Fragen stellte Christian von Zittwitz