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Umgeblättert heute: „Empfehlenswert für alle, die ihre Sprache lieben“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Achtzehn Jahre, die die deutsche Literatur veränderten“: Hier wurde aus geographischem Abstand eine Stärke: Kerstin Hohners Geschichte des Rostocker Hinstorff-Verlags zu dessen Glanzzeiten in der DDR. „Es ist das große Verdienst der akribisch aus den Akten wie aus Zeitzeugengesprächen rekon­struierten Verlagsg­eschichte von Kerstin Hohner, die knapp zwei Jahrzehnte zwischen 1959 und 1977 in all deren Widersprüchlichkeit nüchtern zu protokollieren. Ihr Buch erzählt von den kleinen Triumphen, den zahllosen Kompromissen und den großen Niederlagen, die Verlagsarbeit in der DDR bestimmten.“

  • Kerstin Hohner, Abseits vom Kurs. Die Geschichte des VEB Hinstorff Verlag 1959–1977 (Ch. Links Verlag)

„Kaputte Wörter sind oft schwer zu ersetzen“: Matthias Heine widmet sich siebzig deutschen Begriffen, die heute als heikel empfunden werden. „Was ist das Besondere an diesem Buch? Es beschreibt an aktuellen Beispielen den lexikalischen Wandel, was ihn treibt und wie er vollzogen wird. Immer behält Heine das ganze deutsche Sprachgebiet im Auge, samt Österreich und der Schweiz. Zudem wird die Ver­netzung des europäischen Wortschatzes in Entlehnung und Lehnübersetzung sichtbar und die Verbindung zur feministischen und antirassistischen Be­wegung in den Vereinigten Staaten. Dies ist ein Stück aktuelle deutsche Sprach­geschichte, mit leichter Hand ge­schrieben. Empfehlenswert für alle, die ihre Sprache lieben.“

  • Matthias Heine, Kaputte Wörter. Vom Umgang mit heikler Sprache (Dudenverlag)

„Gegen sich selbst gerichtete Schleifmaschine“: In den fünf Jahren bis zur Übersetzung ins Deutsche ist er noch aktueller geworden: Aleš Štegers Roman Neverend. „Neverend ist ein Buch mit rundum eingetrübtem Horizont. Es verbindet Wirklichkeitssplitter mit Phantastischem, Groteskem und eher grob­körniger Satire. Literarische Verzerrung der Realität darf sich immer dann als ­Dystopie bezeichnen lassen, wenn die Wirklichkeit ihr zu ähneln beginnt. Das ist in den fünf Jahren seit Er­scheinen des Originals leider geschehen.“

  • Aleš Šteger, Neverend. Roman (aus dem Slowenischen von Matthias Göritz und Alexandra Natalie Zaleznik; Wallstein Verlag)

„Kurz, der Große“: Österreichs Ex-Kanzler hat in einer Biografie ein Heiligenbild von sich gemalt. Wie eine Selbstreinwaschung zur Peinlichkeit gerät. „Reden wir über Politik redet nicht über Politik; vielmehr schaut da einer auf das, was er geschaffen hat, und sieht, dass es gut war, dass er gut war, ‚professionell und gewissenhaft‘, um genau zu sein, und die einzige Frage, die bleibt, ist: Glaubt der sich das selbst?“

  • Sebastian Kurz mit Conny Bischofberger, Reden wir über Politik (Edition a)

„Der blinde Löwe im Zoo von Kabul“: Ein furioses Buch der Kriegsreporterin Gabriele Riedle ist Abrechnung, Satire und Liebesgeschichte. „In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg. ist ein atemloser sprachlicher Parforceritt. Eine Abrechnung auch, eine große Satire sowieso. Und eine Liebesgeschichte, die unvollendet bleibt, tragisch endet.“

  • Gabriele Riedle, In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg. Eine Art Abenteuerroman (Die andere Bibliothek)
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