Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Wahrheit ist eine Tochter der Zeit“: Das Angebot war auch in diesem Jahrgang wieder mehr als reichhaltig. Wer jetzt noch immer keinen Krimi für die Feiertage hat, kann sich noch schnell einen zulegen – zum Selberlesen oder zum Verschenken. Wir haben zum Jahresschluss noch ein paar Vorschläge, wie man lesend die langen Winternächte verkürzen kann.
- Johannes Groschupf, Die Stunde der Hyänen (Suhrkamp Verlag)
- Silvia Moreno-Garcia, Der mexikanische Fluch (aus dem Amerikanischen von Frauke Meier; Limes Verlag)
„Von dunklen Wassern“: Ein Mann lenkt seinen Wagen in einen See. Als zehn Jahre später der Wasserpegel sinkt, taucht nicht nur seine Leiche auf. „Neben den klassischen Pulp-Zutaten (inklusive Femme fatale in Gestalt einer Bibliothekarin) mischt Lansdale einen kritischen Blick auf Rassismus und soziale Ungleichheit und aktualisiert das Genre so mit einer Leichtigkeit, dass man dieses Buch nicht vor dem Fest beginnen sollte, wenn man darüber nicht das Einpacken der Geschenke vergessen will.“
- Joe R. Lansdale, Moon Lake (aus dem Englischen von Patrick Baumann; Festa Verlag)
„Was erlauben Sie sich?“: So ein Verbrechen kann nur in England geschehen: Cyril Hares Roman An English Murder in deutscher Übersetzung. „Wer Agatha Christie mag, wird Cyril Hare mögen. Für die kalten Tage, sofern sie denn kalt sein werden, das richtige Wer-war’s-Kammerspiel.“
- Cyril Hare, Mord auf dem Landgut. Ein Weihnachtskrimi (aus dem Englischen von Holger Hanowell; Lübbe Verlag)
„Der Letzte seines Stamms“: Ein Klassiker in Neuauflage, den man nicht versäumen sollte: Josephine Tey rehabilitiert König Richard III. „Der ‚armchair detective‘ ist ein wenig aus der Mode gekommen, doch verdanken wir diesem Ermittlertypen die Technik, durch schieren Denksport einen Fall zu lösen. Auf die Spitze getrieben wird dieses Prinzip in einem der gerissensten Bücher der Kriminalliteratur: Josephine Tey veröffentlichte The Daughter of Time 1951, auf Deutsch war das Buch unter dem Titel Alibi für einen König erstmals 1959 zu lesen, jetzt liegt es wieder in einer Neuausgabe bei Kampa vor.“
- Josephine Tey, Alibi für einen König. Kriminalroman (aus dem Englischen von Maria Wolff; Kampa Verlag)
„Allein gegen die Mafia“: Er hat den Thriller nicht neu erfunden, aber entscheidend verfeinert: Lee Child legt den letzten von ihm allein verfassten „Reacher“-Roman vor. „Reachers Erfinder, Lee Child, hat zwischen 1997 und 2019 vierundzwanzig Bände vorgelegt, in denen sein Held nicht ohne Blessuren, aber doch ziemlich wacker einen Kleinkrieg nach dem anderen gewinnt. Die Folgetitel schreibt Child nun zusammen mit seinem Bruder Andrew (schlechte Idee), der die Serie schließlich übernehmen soll (sehr schlechte Idee). Hierzulande ist der letzte von Lee Child allein verfasste Teil, Die Hyänen, dieses Jahr erschienen.“
- Lee Child, Die Hyänen. Ein Jack-Reacher-Roman (aus dem Englischen von Wulf Bergner; Blanvalet Verlag)
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„Vergnügte Vorschlagmacher“: Eva Demski hat ein Buch über ihr Lebens-und Lieblingsthema geschrieben: den Anarchismus. Ein Gespräch.
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Eva Demski, Mein anarchistisches Album (Insel Verlag)
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„Rücksichtsloser Zweifler“: Jonathan Lees feiner Roman über Andrew Haswell Green, der einst New York bewegte und prägte. „Jonathan Lee zeichnet dieses besondere, entschlossene Leben nicht als Heldenbild, nicht in Schwarz und Weiß, vielmehr in Grauschattierungen. (…) Die Details dazu muss man, durch Jonathan Lees Roman neugierig geworden, nachlesen. Aber es ist seine feine, zurückhaltende Menschenzeichnung, die einen neugierig macht auf die Geschichten jener, die lang vor uns kamen.“
- Jonathan Lee, Der große Fehler. Roman. (a. d. Engl. v. Werner Löcher-Lawrence; Diogenes)