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SBVV: Dies sind die Nominierten für die Auszeichnungen Buchhandlung und Verlag des Jahres

Der Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verband (SBVV) kürt jeden Frühling die Buchhandlung und den Verlag des Jahres. Je drei Unternehmen werden von einer Jury nominiert, der Schlussentscheid liegt beim Publikum mittels Stimmabgabe auf sbvv.ch. Bei den Buchhandlungen stehen dieses Jahr Buch am Platz in Winterthur, der Bücherladen Marianne Sax in Frauenfeld und libraria poesia clozza in Scuol zur Wahl, bei den Verlagen Dörlemann in Zürich, Edition Bücherlese in Luzern und Knapp in Olten.

Seit mittlerweile zwölf Jahren zeichnet der SBVV eine Buchhandlung und einen Verlag des Jahres aus. Nominiert werden können Unternehmen, die seit mindestens einem Jahr operativ tätig sind und die Branche durch innovative Ideen oder nachhaltige Verdienste gestärkt haben. Mit diesem Preis will der Verband den Fokus auf die Arbeit richten, die Schweizer Buchhandlungen und Verlage Tag für Tag leisten.

In der diesjährigen Jury sassen Lukas Haller vom Limmat-Verlag (Verlag des Jahres 2022), Sandra Bellini von der Buchhandlung Bellini (Buchhandlung des Jahres 2022), Burkhard Ludäscher, Verlagsvertreter Buchzentrum AG, Katharina Alder, Verlagsvertreterin bei B + I Buch und Information sowie Myriam Lang, beim SBVV zuständig für Buchmessen und Promotion. Abgestimmt werden kann ab sofort; wer gewonnen hat, wird am 12. Juni in Bern bekannt gegeben, anlässlich der Generalversammlung des Verbands. Die Siegerinnen und Sieger erhalten je 5.000 Franken.

Über die Nominierten schreibt der SBVV:

 

Buch am Platz, Winterthur

Tanja Bhend und Yasemin Hutter bestücken ihren Laden mit einem aussergewöhnlichen Sortiment, das sich vom Mainstream abhebt. Tanja: «Wir haben nur wenige Bestseller, sie werden hier schlicht nicht verlangt.» Die Inhaberinnen kaufen in erster Linie nicht ein, was läuft, sondern was sie interessiert. Und das kommt an: Buch am Platz erfreut sich einer treuen Stammkundschaft. Sie schätzt aber nicht nur das Sortiment, sondern auch die aussergewöhnlichen Aktionen, welche die Genossenschaftsbuchhandlung veranstaltet. So richteten die Frauen zum Beispiel 2021 für einige Wochen gleich nebenan einen Pop-up-Store ein und verkauften Werke von ausschliesslich Schweizer Verlagen sowie Vintage-Möbel.

Die Begründung der Jury: «Die Buchhandlung besticht nicht nur ihre Stammkundschaft mit ihrem sorgfältig ausgesuchten Sortiment, sondern auch mit ihrer individuellen und persönlichen Beratung. Die drei wunderbaren Buchhändlerinnen stehen ausserdem für aussergewöhnliche Aktionen und Veranstaltungen.»

 

Bücherladen Marianne Sax, Frauenfeld

Marianne Sax versorgt die Einwohnerinnen und Einwohner seit über 30 Jahren mit Lesestoff aus allen Genres. «Ich habe Kundinnen und Kunden, die schon als Kinder hierherkamen. Heute sind sie erwachsen und kommen mit ihren eigenen Kindern», sagt sie. Marianne Sax engagiert sich beharrlich für das geschriebene Wort. Sie war zehn Jahre im Vorstand des SBVV aktiv, sass im Gemeinderat von Frauenfeld und im Grossen Rat des Kantons Thurgau. «Natürlich kann man als Politikerin nicht für die eigene Branche arbeiten, man ist ja anständig. Aber für Bibliotheken, für die Lesekultur und die Kultur überhaupt kann man sich natürlich schon einsetzen, und das tat ich auch.»

Die Begründung der Jury: «Der schöne Bücherladen wird leidenschaftlich, engagiert und mit viel Herzblut geführt. Darüber hinaus ist die Inhaberin Marianne Sax unermüdlich für das Buch im Einsatz, sei es nun politisch oder mit zahlreichen Veranstaltungen in der Buchhandlung und auf vielen weiteren Bühnen.»

 

Libraria poesia clozza, Scuol

Simone Nuber war schon über 60 Jahre alt, als sie ihr Leben völlig umkrempelte. Wohnhaft in Zürich und beruflich in der Welt der Naturwissenschaften und Statistiken unterwegs, übernahm sie vor zwei Jahren eine Buchhandlung in Scuol. Sie änderte Namen, Ausstattung und Auftritt und verlegte ihren Wohnsitz ins Bündnerland. Für sie ein «perfect match», wie sie sagt. Denn sie war schon immer eine bibliophile Person und arbeitete auch während Jahren in der Verlagsbranche, bevor sie sich den Naturwissenschaften widmete. Ihr kleiner Laden mitten im Dorf ist inzwischen nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern auch eine Heimat für rätoromanische Literatur geworden.

Die Begründung der Jury: «Eine kleine und feine Buchhandlung betreiben Simone Nuber und ihr Team in Scoul. Ihre Buchhandlung und die vielseitigen Veranstaltungen sind Treffpunkt für Einheimische und Wiederkehrende und eine Entdeckung für alle Buchliebhaberinnen und Buchliebhaber.»

 

Dörlemann-Verlag, Zürich

Sabine Dörlemann landete gleich mit dem ersten Buch ihres Verlags einen Hit. Die Übersetzung von «Ein unbekannter Freund» vom Russischen ins Deutsche rangierte auf Platz 13 der Spiegel-Bestsellerliste. Das ist inzwischen 20 Jahre her. Seither verlegte sie um die 220 Titel, viele davon ebenfalls Übersetzungen. Sabine Dörlemann hat den Verlag von Anfang an darauf ausgerichtet und setzt sich engagiert für literarische Übersetzerinnen und Übersetzer ein, denn dieser Beruf sei ein hartes Brot. Sie weiss, wovon sie spricht, denn sie war selbst schon als Übersetzerin tätig: «In jeder Übersetzung steckt viel Herzblut.»

Die Begründung der Jury: «Der Verlag setzt seit 20 Jahren auf (schweizerische) Gegenwartsliteratur und auf Klassiker. Diese Mischung beschert Leserinnen und Lesern ein hochkarätiges Programm in hervorragender Ausstattung. Und neben den Autorinnen und Autoren hat der Verlag von Anfang an seine Übersetzerinnen und Übersetzer sichtbar gemacht.»

 

Edition Bücherlese, Luzern

Der kleine Verlag im Herzen der Schweiz setzt auf Werke von Schweizer Autorinnen und Autoren. Judith Kaufmann und ihr Team wählen die Manuskripte sehr sorgfältig aus. Es sind Texte, in denen die Verlegerin eine Dringlichkeit sieht und die literarisch gut gemacht sind.
«Das ist mir ein grosses Anliegen.» So gross, dass sie dann und wann sogar finanzielle Engpässe in Kauf nimmt. «Es ist immer ein Zaunritt: Wir müssen eine genügend hohe Anzahl an Büchern pro Jahr machen, ohne unseren Qualitätsanspruch preiszugeben.» Dieses Credo stösst immer wieder auf Resonanz.
Die Begründung der Jury: «Der Verlag wurde vor zehn Jahren gegründet und hat von Anfang an ein Gespür für junge Schweizer Autorinnen und Autoren an den Tag gelegt. So ist es kaum erstaunlich, dass die Autorinnen und Autoren dank des engagierten und unermüdlichen Einsatzes regelmässig auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises zu finden sind.»

 

Knapp-Verlag, Olten

Thomas Knapp war Buchhändler, führte einen Kinderbuchladen, war Journalist und ist Autor eines Buchs. Dieses Werk half ihm nicht nur über eine schlimme Lebenskrise hinweg, sondern führte 2005 auch zur Gründung des Knapp-Verlags. Mit «Der König von Olten» aus der Feder seines langjährigen Freunds Alex Capus landete der Verleger 2009 einen Bestseller. Die Verlagsräume sollen mit Leben erfüllt sein, weshalb er vor zwei Jahren im Keller eine Lesebühne einrichtete. Zudem bietet er mit Literatur & Bühne anderen Verlagen die Möglichkeit, ihre Neuheiten auf seinen Regalen zu präsentieren. Er ist überzeugt: «Die Zeiten, sich allein durchzukämpfen, sind vorbei.»

Die Begründung der Jury: «Thomas Knapp ist ein Verleger mit grossem Engagement, weit über das eigene Verlagsprogramm hinaus. Ein Verleger nicht nur mit Gespür für seine Autorinnen und Autoren, sondern auch ein unermüdlicher Netzwerker für das Buch, die Schreibenden und die Kultur im Raum Olten.»

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