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Umgeblättert heute: „Der Gebrauchswert dieser Essays ist enorm“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Von Darwin zum Transhumanismus“: Arbeit an der Evolutionstheorie als Familiengeschichte: Alison Bashford legt eine exzellente Biographie von Thomas Henry und Julian Huxley vor. „In der faszinierenden Biographie der australischen Historikerin Alison Bashford werden Großvater und Enkel Huxley fast zu einer, ungemein vitalen und langlebigen Person, deren Lebensaufgabe die Weiterentwicklung der Evolutionsbiologie war und die sich nie damit begnügte, die Biologie im Sezierraum oder im Labor zu belassen.“

  • Alison Bashford, The Huxleys. An Intimate History of Evolution. (University of Chicago Press)

„Alle Toten saßen mit am Tisch“: Michel Bergmanns Roman Mameleben oder das gestohlene Glück über das Schicksal seiner Mutter, die die Schoa überlebte. „Der Autor versteht es, diese trost­lose Geschichte dennoch mit Witz, ironischer Selbstreflexion und fein­sinnigem Humor zu erzählen, auch wenn sich die Mutter ganz un­gehemmt und temperamentvoll ‚meschugge‘ verhält.“

  • Michel Bergmann, Mameleben oder das gestohlene Glück (Diogenes Verlag)

„Nimmt der Artenschwund zu, wird es für die Menschen gefährlich“: Der Klimawandel ist nur ein Teil der Umweltkrise: Friederike Bauer und Katrin Böhning-Gaese erinnern an die Bedeutung der Biodiversität. „(…) für alle, die einen schnellen Einstieg in das Thema Biodiversität suchen, eignet sich das Buch Vom Verschwinden der Arten der Biologin Katrin Böhning-Gaese und der Journalistin Friederike Bauer gut für einen Überblick.“

  • Friederike Bauer und Katrin Böhning-Gaese, Vom Verschwinden der Arten. Der Kampf um die Zukunft der Menschheit. (Klett-Cotta)

Unvergleichlich“: Paul McCartney fotografierte aus dem goldenen Käfig heraus einen Kommentar zur Beatlemania. „Paul McCartney ist heute längst Weltkulturerbe, deshalb präsentiert die Londoner National Portrait Gallery bei ihrer Wiedereröffnung Ende Juni seine fast 60 Jahre alten Bilder. Aus einem Fundus von annähernd tausend Schnappschüssen wurden 275 ausgewählt. Wegen ihrer bescheidenen Qualität müssen sie jeden Profi irritieren, die Beatles wurden schließlich gleichzeitig von Könnern wie Dezo Hoffmann und Robert Freeman fotografiert. Dennoch ist es ein unvergleichlicher Bilderschatz, der da zum Vorschein gekommen ist.“

  • Paul McCartney, 1964 – Augen des Sturms (C. H. Beck)

„Danach blickt man mit anderen Augen auf die Welt“: Der Historiker Reinhart Koselleck hat brillante Abhandlungen über Totenkult und Erinnerung geschrieben. „Der Gebrauchswert dieser Essays ist enorm. Jeder Europäer, der den Kontinent bereist und nur flüchtige Blicke auf die Unmengen von Kriegerdenkmälern in allen Städten und Dörfern hat, erhält ein Wahrnehmungsraster zur Interpretation.“

  • Reinhart Koselleck, Geronnene Lava. Texte zu politischem Totenkult und Erinnerung (Suhrkamp Verlag)

„Ukrainische Autorin Victoria Amelina tot“: „Zwölf Menschen waren bei dem Angriff am 27. Juni sofort tot. Victoria Amelina kämpfte noch vier Tage um ihr Leben. Am 1. Juli hörte ihr Herz auf zu schlagen. (…) Sie war eine wunderbare Schriftstellerin und ein wunderbarer Mensch. Verletzlich und voller Energie zugleich. Ihre Stimme war leise und eindringlich. Ihre Texte auch.“

„Von SZ-Autoren“: Uwe Ritzer über den Wassernotstand. „Ritzer erzählt von der Gier großer Schlucker wie dem Tesla-Werk im staubtrockenen Brandenburg, vom Kampf von Bürgerinnen und Bürgern gegen Mineralwasserhersteller und der Not von Kommunen, die den Notstand ausrufen und Trinkwasser kontingentieren.“

  • Uwe Ritzer, Zwischen Dürre und Flut – Deutschland vor dem Wassernotstand: Was jetzt getan werden muss (Penguin)

„In einem Spiegelkabinett namens Familie“: Annika Reich knüpft in ihrem Roman drei Generationen von Frauen gefährlich fest aneinander. „Hier gibt es nur Frauen. Annika Reich hat eine weibliche Gesellschaft erschaffen, auf deren realistische und magische Möglichkeiten sie mit dem ersten Satz hinweist: ‚Wir Frauen der Familie wohnten in einem Anwesen am See, das vor Pracht, Verheißung und Verhängnis vibrierte wie sonst nur große, destruktive Lieben.’“

  • Annika Reich, Männer sterben bei uns nicht. (Hanser Berlin)
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