Für den diesjährigen Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg hat die Jury zwei Manuskripte und ein Jugendbuch nominiert: David Blum mit seinem Jugendbuch Kollektorgang (Beltz&Gelberg), Katja Brett und Gregor Bonnet mit ihrem Bilderbuchmanuskript „Wer auch immer“ sowie Dr. Judith Mohr mit ihrem Jugendbuchmanuskript „Mein Leben, das Chaos und ich“.
232 Erstlingswerke, darunter 147 Manuskripte und 85 bereits verlegte Bücher, wurden insgesamt eingereicht und von der Jury gesichtet und beurteilt. Bekannt gegeben wird die Preisträgerin oder der Preisträger während der Verleihung am Montag, 20. November, um 18 Uhr im Alten Rathaus.
Die Mitglieder der diesjährigen Jury sind Prof. Dr. Tobias Kurwinkel (Professor für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik mit Schwerpunkt Kinder und Jugendliteratur, Universität Duisburg-Essen), Christine Paxmann (Herausgeberin des Magazins „Eselsohr“ und Autorin), Birgit Müller-Bardorff (Redakteurin der Augsburger Allgemeinen), Markus Lefrançois (Illustrator) sowie – als neuestes Mitglied – die Schülerin Gesa Heitbreder vom Neuen Gymnasium.
Das sind die Jurystimmen zum Auswahlprozess der Nominierten:
Gesa Heitbreder: „Das erste Jahr Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis für mich bedeutet viele neue Eindrücke, neues Wissen und inspirierende Menschen. Zunächst stand für mich große Aufregung an, denn von unter anderem meinen Entscheidungen hängt schließlich ab, welches Buch gewinnt. Der Leseprozess war durchaus entspannter. Ich durfte mit den vier weiteren Juroren liebe und schlaue Menschen kennenlernen, mit denen man gut diskutieren kann. Wir haben uns, trotz unserer sehr verschiedenen Meinungen, auf drei schöne Titel einigen können!“
Christine Paxmann: „Eine der Besonderheiten der Jury des Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreises ist ihre Zusammensetzung. Neben Vertreterinnen aus den Bereichen Wissenschaft, Illustration und Journalismus bereichert immer eine Schülerin/ein Schüler das Gremium. Und oft ist es deren Blick, der uns allen noch einmal verdeutlicht, für wen wir hier letztendlich eine Auswahl treffen: Ein Werk muss die Zielgruppe erreichen, es muss besonders sein und es muss eine Begabung zeigen, die tragfähig ist und generationenübergreifend begeistert.“
Prof. Dr. Tobias Kurwinkel: „Die vielen Einsendungen spiegeln in diesem Jahr die Themen wider, die uns aktuell alle beschäftigen: Die Klima- und Umweltkrise, der Krieg und die Flüchtlingsfrage, der Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, der Rechtsruck und die Zukunft unserer Demokratie. Die Manuskripte und veröffentlichten Bücher sensibilisieren damit für die Realität und Gegenwart unserer Gesellschaft.“
Markus Lefrançois: „Eine Jurytätigkeit ist wahrlich keine reine Freude! Hier treffen nun mal Menschen unterschiedlicher Haltungen, Schwerpunkte und Sichtweisen aufeinander. Alle haben aus den über 200 Einsendungen Favoriten ausgewählt und möchten diese gern auf dem Siegertreppchen sehen. Kaum vollzählig in Oldenburg, stiegen alle sofort in die Debatte ein, hitzig, emotional, argumentativ. In diesem Jahr waren wir uns dann aber erstaunlich schnell einig und ich blicke hochzufrieden auf unsere Auswahl der besten drei Werke, gerade auch als bildverliebter Illustrator!“
Birgit Müller-Bardorff: „Die Juryarbeit in Oldenburg ist jedes Jahr wieder eine Wundertüte: Entdeckungen, in denen Autorinnen und Illustratoren einen eigenen Ton, einen eigen Strich präsentieren, finden sich genauso wie Texte und Zeichnungen, die dem Anspruch eines angesehenen Kinder- und Jugendbuchpreises nicht standhalten können. Das macht es immer spannend, oft amüsant und manchmal auch anstrengend. Erstaunlich in diesem Jahr: Vor allem nicht veröffentlichte Texte standen in der engeren Auswahl. Und noch etwas stach ins Auge: Viele Autorinnen und Autoren beschäftigen sich mit psychischen Auffälligkeiten und Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen, die seit den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gesellschaftlich stärker in den Blick geraten sind.“