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Umgeblättert heute: Ein „ungewöhnlicher Briefroman“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

„Die Welt als Wunder und Vorstellung“: In ihrem nun endlich auf Deutsch vorliegenden Roman Kasalé huldigt Kettly Mars dem Voodoo-Kult ihrer Heimat Haiti. Dieser ist bis heute auch ein Symbol des Widerstands gegen Bevormundung. „Kettly Mars erzählt behutsam und anschaulich von einer Dorfgemeinschaft, in der sich soziale und religiöse Dynamiken exemplarisch verdichten und vor allem die Frauen über das spirituelle Erbe und das gegenwärtige Zusammenleben wachen.“

  • Kettly Mars, Kasalé. Roman. (aus dem Französischen von Ingeborg Schmutte; Litradukt Literatur­editionen)

„Von Kadavergehorsam und Menschlichkeit“: Mit Die Schlacht um den Hügel fängt Hanna Kiel den Alltag während der Bombardierung von Florenz ein. „(Dem Text) fehlt eine ordnende Struktur, wie sie für eine Erzählung, aber auch für eine echte Chronik nötig wäre. Die Herausgeberin des Bandes, Eva-Maria Thüne, plädiert für einen literarischen Charakter, während Kiel ausdrücklich dagegen optiert. Am ehesten trifft vielleicht eine Einordnung als ‚literarisiertes‘ Tagebuch, denn aus dem direkten Erleben, dem noch die Übersicht fehlt, entstehen Impressionen, die nachhallen.“

  • Hanna Kiel, Die Schlacht um den Hügel. Eine Chronik aus Fiesole im August 1944. (Aviva Verlag)
„Wohin mit der Protestative?“: An Ehrgeiz mangelt es hier nicht, an argumentativer Solidität dagegen sehr: Tim Wihl skizziert eine äußerst leichtgewichtige Demokratietheorie. „Als interdisziplinär kundiger Jurist ist Wihl wie geschaffen dafür, Lebenssachverhalte mit Rechtsnormen, das soziale Leben mit Staat und Verfassung zusammenzubringen. In seinem neuen Buch nimmt er diese wichtige Aufgabe auf die leichte Schulter und leistet damit der ‚wilden Demokratie‘, der er sich verschreibt, einen Bärendienst. So taugt es nur zur Erinnerung daran, dass die Demokratie nicht durch die ängstliche Verteidigung von Besitzständen und das Pochen auf Paragraphen in Schwung bleibt, sondern durch die Kraft zur Selbstbehauptung und den Mut zur Veränderung.“
  • Tim Wihl, Wilde Demokratie. Das Recht auf Protest. (Wagenbach Verlag)

folgt

„Die Frau, die auf jemanden wartet“: Jane Gardams ungewöhnlicher Briefroman
Gute Ratschläge erzählt von einem Trauma und ist zugleich eine feine  Gesellschaftssatire.

  • Jane Gardam, Gute Ratschläge. Roman. (a. d. Engl. v. Monika Baark; Hanser Berlin)
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