Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
„Anhaltendes Todesröcheln“: Der britische Autor Joe Thomas legt mit Brazilian Psycho den Abschluss seines Thriller-Quartetts über den brasilianischen Detektiv Mario Leme vor. „All diese stilistischen und formalen Varianten könnten bei einem weniger versierten Autor schnell ins Chaos abgleiten, doch Thomas gelingt es, die Erzählstränge mit sicherer Hand zusammenzuführen. Wie beim Teppichknüpfen kommen die Fäden, die er einbaut, mal schmaler, mal breiter, mal glänzender, mal dunkler daher – am Ende aber entsteht das Bild einer Stadt, das zugleich das Bild eines Landes und seiner politischen Kämpfe ist.“
- Joe Thomas, Brazilian Psycho. Thriller. (aus dem Englischen von Alexander Wagner; btb Verlag)
„Krimis in Kürze“:
- Kiko Amat, Revanche (btb)
- Craig Russell, Devil’s Playground (Rütten & Loening)
- Elmore Leonard, Letztes Gefecht am Saber River (Liebeskind)
„Wissen muss man wollen“: Fuminori Nakamura schreibt gegen das Erstarken der Rechten an. Sein sperriger Roman die Flucht verweigert einfache Antworten. „Mit Die Flucht wird er diesem Eigenanspruch gerecht, diesem im besten Sinne sperrigen Großprojekt, in dem sich einzelne Kapitel wie ein Sachbuch lesen und andere knapp an der Phantastik vorbeischrammen, in dem die schiere Menge an Zeitsprüngen, historischen Anekdoten und Verweisen einen wieder und wieder zu überwältigen droht.“
- Fuminori Nakamura, Die Flucht. Roman. (aus dem Japanischen von Luise Steggewentz; Diogenes Verlag)
„Notfalls einen Nazi küssen“: Louisa Luna stochert im Milieu amerikanischer Rechtsextremer und lässt ihre Ermittlerin Alice Vega dabei reichlich selbstherrlich vorgehen. „Louisa Luna lässt Alice Vega einen zunehmend rabiateren Kampf im rechtsfreien Raum kämpfen, der in einen exzessiven Fall von Selbstjustiz mündet, wie er – so die Botschaft – in den Hinterhöfen der USA üblich ist.“
- Louisa Luna, Abgetaucht. Thriller. (aus dem amerikanischen Englisch von Karin Diemerling; Suhrkamp Verlag)
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heute nichts…
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„Vom Anfang und vom Ende“: Der Romancier als Romanfigur: Jan Koneffke erzählt von Joseph Roth und einer Wienerin namens Fanny. „Wer Neues aus dem Leben Roths erwartet, wird naturgemäß enttäuscht. Das ist gleichsam eine endogene Schwäche von Koneffkes literarischem Verfahren: mit Blick auf Roths Biografie kann er nicht mehr unternehmen, als das Wohlbekannte aufzumischen. So gesehen ist die Figur der Fanny im Grunde beinahe die interessantere, auch wenn ihr primär die Funktion eines Spiegels zukommt.“
- Jan Koneffke, Im Schatten zweier Sommer. Roman. (Galiani)