Die erste Tarif-Verhandlungsrunde der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für Verlage in Berlin-Brandenburg mit den Arbeitgeber:innen findet am 31.07.2025 statt.
Die ver.di-Mitglieder und die Tarifkommission haben ein Forderungspaket beschlossen, das deutliche Verbesserungen für die Beschäftigten vorsieht. Die Beschäftigten bei Cornelsen, Suhrkamp und Aufbau sind in den vergangenen Monaten zahlreich in ver.di eingetreten und haben damit deutlich gemacht, dass tariflicher Handlungsbedarf besteht.
Die zentralen Forderungen sind:
- Anerkennung von Erfahrung: Einführung eines zusätzlichen Tätigkeitsjahres mit einem Abstand von 175 Euro zur letzten Gehaltsstufe – zur Honorierung von Spezialwissen und gewachsener Verantwortung langjähriger Kolleg:innen.
- Einmalzahlung im Tarifgebiet Ost: Vor allem Beschäftigte bei Suhrkamp sollen eine Einmalzahlung von 7.808 Euro erhalten. Diese soll die seit Jahren bestehende Ungleichbehandlung bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld zum Teil kompensieren.
- 8 Prozent Gehaltserhöhung: Zum Ausgleich inflationsbedingter Reallohnverluste und zur finanziellen Anerkennung der Leistung der Beschäftigten.
- Tarifierung der Volontariate: Volontär:innen sollen eine tariflich geregelte, faire und qualifizierende Ausbildung erhalten – mit festen Standards und angemessener Vergütung.
- Digitales Zugangsrecht für ver.di: Der Zugang der Gewerkschaft zu Beschäftigten im Home-Office – etwa über das Intranet – muss tariflich geregelt werden, um das Grundrecht auf gewerkschaftliche Information zu sichern.
Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 12 Monate haben.
Aktuell führen ver.di-Aktive zahlreiche Gespräche mit ihren Kolleg:innen in den Betrieben, um über die Forderungen zu informieren, zu mobilisieren und gemeinsam mit starkem Rückhalt in die Verhandlungsrunde zu starten.
„Keine Verlage ohne Uns. Mit diesem Motto machen die Kolleginnen und Kollegen deutlich, dass es Leidenschaft für die Branche und das Produkt nicht zum Nulltarif gibt. Die Beschäftigten in den Verlagen leisten tagtäglich hochqualifizierte Arbeit. Diese Tarifrunde ist die Chance die Arbeit in den Verlagen nachhaltig aufzuwerten“, erklärt Lucas Krentel, Verhandlungsführer für die Verlage.