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Monika Zeiner erhält den „Düsseldorfer Literaturpreis“

Zum 24. Mal hat die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf den mit 20.000 Euro dotierten Düsseldorfer Literaturpreis verliehen. Diesjährige Preisträgerin ist die in Berlin lebende Autorin Monika Zeiner.

v.l.n.r.: Stefan G. Drzisga, Dr. Sabine Brenner-Wilczek, Emily Grunert, Dorothée Coßmann, Dr. Stefan Dahm, Monika Zeiner, Rudolf Müller, Dr. Maike Albath, Michael Röttgen, Josef Hinkel

Dr. Maike Albath, Mitglied der Jury, schreibt in der Begründung:

„Es beginnt mit einer glänzenden Idee, die ein ganzes Jahrhundert zeitgeschichtlich und literarisch in Schwingungen versetzt: Monika Zeiner erfindet einen fränkischen Schulmöbelfabrikanten und macht ihn zum Mittelpunkt ihres Familienpanoramas Villa Sternbald  oder Die Unschärfe der Jahre. In ihrem episch ausgreifenden Roman, der fünf Generationen umfasst, lässt sie ihren Helden Nikolas Finck, einen verkrachten Drehbuchautor aus Berlin, zum 103. Geburtstag des Großvaters Henry anreisen und anschließend monatelang in seinem Elternhaus verharren. Als schwarzes Schaf der Familie wird er mehr geduldet als freudig aufgenommen, streut Sand ins Getriebe des geschäftigen Alltags und beginnt, den Mythen der stolzen Unternehmerdynastie auf die Schliche zu kommen. In elegant ineinander verfugten Rückblenden scheint nicht nur die qualvolle Kindheit von Nikolas auf, sondern auch die Phase der Gründung und Expansion der Firma und die Einschnitte durch die Weltkriege. Auch in diesem Unternehmen steckt mehr deutsche Vergangenheit, als es die Familienlegenden erlauben. Monika Zeiner, 1971 geboren, spielt in ihrem sprachlich überzeugend gestalteten Roman virtuos mit erzählerischen Traditionen des 20. Jahrhunderts, die von Ludwig Tieck über Heimito von Doderer bis zu Thomas Mann und Giorgio Bassani reichen. Mit Villa Sternbald oder Die Unschärfe der Jahre gelingt ein ebenso faszinierendes wie mitreißendes Epochenbild.“

Die Preisträgerin:

Monika Zeiner, geboren 1971, studierte Romanistik und Theaterwissenschaften in Berlin und Neapel. 2004 schloss sie an der Freien Universität Berlin mit einer Promotion über die Liebesmelancholie im Mittelalter ab. Sie schrieb Hörspiel- und Theatertexte und ist Sängerin und Texterin der Italo-Swing-Band Marinafon unter dem Künstlernamen Mona Stinelli. Zeiner lebt mit zwei Töchtern und ihrem Lebensgefährten in Berlin.

Ihr Debütroman Die Ordnung der Sterne über Como stand 2013 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, erhielt den Publikumspreis der lit.COLOGNE und wurde für den aspekte Literaturpreis nominiert. Ihr zweiter Roman Villa Sternbald oder Die Unschärfe der Jahre, der 2024 erschien, erhielt ebenfalls eine sehr positive Resonanz. Der Roman wurde von der Literaturredaktion des Deutschlandfunk unter die zehn besten deutschsprachigen Romane aus dem Jahr 2024 gewählt und stand auf der SWR Bestenliste im Dezember 2024 auf Platz 5 und im Februar 2025 auf Platz 7. Neben dem Düsseldorfer Literaturpreis wurde Zeiner im Jahr 2025 mit dem London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds ausgezeichnet.

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