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Neue Podcast-Folge von alles BuchMarkt: Jeanette Bauroth über den Erfolg von „Heated Rivalry“

Der allesBuchMarkt-Podcast
Andreas Haenisch, Tina Schwabe und Alexander Schulz vom allesBuchMarkt-Podcast

Der Second Chances Verlag steht aktuell im Zentrum eines der größten Romance-Hypes der Buchbranche: Mit der Übersetzung von Heated Rivalry landete Verlegerin Jeanette Bauroth auch hierzulande einen Überraschungserfolg, der durch eine Serienadaption zusätzlich befeuert wurde. Im Gespräch mit unserem Podcast alles BuchMarkt erklärt sie, wie ihr kleiner Independent-Verlag mit der plötzlichen Nachfrage umgegangen ist und weshalb es bei Romance vor allem auf eines ankommt: eine gute Geschichte. Ein Ausschnitt.

alles BuchMarkt: Heated Rivalry ist für Ihren Verlag ein außergewöhnlicher Erfolg. Wie haben Sie den plötzlichen Nachfrageanstieg erlebt?

Jeanette Bauroth: Das war tatsächlich eine Ausnahmesituation. Wir haben relativ früh gemerkt, dass da etwas passiert, konnten aber nicht vorhersehen, wie groß es wird – und das auch noch kurz vor Weihnachten. Die größte Herausforderung war die Produktion: Druckkapazitäten, Farbschnitt, Logistik. Wir haben mit mehreren Druckereien parallel gearbeitet und sogar selbst Bücher verschickt, um lieferfähig zu bleiben. Gleichzeitig war uns wichtig, transparent mit der Community zu kommunizieren. Das hat sehr geholfen – die Leserinnen und Leser waren erstaunlich geduldig.

Ihr Verlag setzt stark auf Community-Nähe. Ist der Erfolg eher dort oder auf der Bestsellerliste zu messen?

Ganz klar in der Community. Bestsellerlisten sind schön, aber entscheidend ist für uns die direkte Verbindung zu den Leserinnen und Lesern. Wir beziehen sie aktiv in Programmentscheidungen ein und hören genau hin, was sie sich wünschen. Gerade als kleiner Verlag funktioniert das nur, wenn man nah dran ist. Dieser Austausch sorgt auch dafür, dass Bücher langfristig erfolgreich sind – nicht nur für einen kurzen Moment.

Romance – und speziell Sports Romance – boomt derzeit. Was macht für Sie den Unterschied zwischen einem funktionierenden und einem austauschbaren Titel aus?

Jeanette Bauroth: Am Ende ist es immer die Geschichte. Romance hat zwar ein klares Versprechen – ein Happy End –, aber der Weg dorthin muss überzeugen. Ich verlasse mich stark auf mein Bauchgefühl beim Lesen. Wenn mich eine Geschichte nicht zu hundert Prozent überzeugt, nehme ich sie nicht ins Programm. Gerade als Indie-Verlag können wir uns keine Kompromisse leisten. Und bei Sports Romance ist der Sport oft nur der Rahmen – entscheidend sind die Konflikte, die Figuren und ihre Entwicklung.

Sehen Sie den aktuellen Erfolg auch als Chance für mehr Sichtbarkeit queerer Geschichten?

Absolut. Wenn Leserinnen und Leser vielleicht zum ersten Mal eine queere Liebesgeschichte lesen und merken, dass sie genauso berührend und spannend ist wie jede andere, dann ist das ein wichtiger Schritt. Mein Wunsch wäre, dass wir irgendwann gar nicht mehr unterscheiden müssen – sondern einfach von guten Liebesgeschichten sprechen.

Das gesamte Gespräch hören Sie hier.

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