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Dora Kaprálová erhält den Magnesia Litera-Preis 2026 für „Die Mariborhypnose“ als „Buch des Jahres“

Die in Berlin lebende tschechische Autorin Dora Kaprálová ist mit dem renommierten Literaturpreis Magnesia Litera in der Hauptkategorie „Buch des Jahres“ ausgezeichnet worden. Ihr Roman Mariborská hypnóza setzte sich im Wettbewerb des wichtigsten tschechischen Buchpreises durch und gewann auch in der Kategorie „Bestes Buch in Prosa“. Der ausgezeichnete Roman erscheint im September 2026 unter dem Titel Die Mariborhypnose“ im mikrotext Verlag in einer Übersetzung von Nataša von Kopp. Die Preisverleihung fand am 18. April 2026 statt. Insgesamt wurden hunderte Titel eingereicht; über den Hauptpreis entschied eine breite Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der literarischen Öffentlichkeit. Im Rahmen des Ehrengastauftritt Tschechiens wird sich Magnesia Litera gemeinsam mit der Preisträgerin auf der Frankfurter Buchmesse 2026 präsentieren.

Kaprálová, geboren in Brünn und seit vielen Jahren in Berlin ansässig, zählt zu den markantesten Stimmen der Gegenwartsliteratur. In ihren Texten verbindet sie poetische Leichtigkeit mit gesellschaftlicher Reflexion und richtet den Blick häufig auf existenzielle Fragen von Identität, Zeitlichkeit, Zärtlichkeit und zwischenmenschlichen Beziehungen. Zuletzt war von ihr auf Deutsch „Winterbuch der Liebe“ erschienen.

In ihrem Buch verknüpft die Autorin die Perspektive einer Stubenfliege mit der Liebesgeschichte des Hypnotiseurs Leo Svengali und seiner Assistentin Elis. Eine Erzählerin reist nach Maribor, um einen Reiseführer zu schreiben, entscheidet sich jedoch, die Stadt aus der ungewöhnlichen Sicht eines Insekts zu erkunden. In einer kaleidoskopischen Erzählweise treffen Gegenwartsfiguren und historische Persönlichkeiten aufeinander und verschmelzen Fakten und Fiktion zu einer hypnotischen Reflexion über Europa, Macht und Illusion.

Neben Dora Kaprálová wurden bei der diesjährigen Verleihung der Magnesia Litera zahlreiche weitere Autorinnen und Autoren ausgezeichnet: In der Kategorie Debüt gewann Jiří Klečka, während Cyril Děčka für sein Werk im Bereich Sachbuch geehrt wurde. Weitere Preise gingen an herausragende Titel in den Kategorien Lyrik, Kinder- und Jugendliteratur, Übersetzung sowie Publizistik und würdigen die große Bandbreite und Qualität der aktuellen tschechischen Literaturszene.

Der Preis Magnesia Litera wird seit 2002 jährlich vergeben und gilt als wichtigste Auszeichnung für Literatur in Tschechien. Neben Genrepreisen wird ein Hauptpreis für das „Buch des Jahres“ vergeben, der die herausragendste Veröffentlichung eines Jahres würdigt.

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