Der mexikanische Romancier Yuri Herrera erhält den Anna Seghers-Preis 2016. Das gab die Anna Seghers-Stiftung heute in Berlin bekannt.
Der 1970 im mexikanischen Actopan geborene Herrera gehöre zu den Autoren, die sich mutig den Fragen ihrer Zeit stellen“, so die diesjährige Jurorin des Preises, die freie Dramaturgin und Theaterübersetzerin Franziska Muche. „Er ist ein großer Erzähler im Geiste Anna Seghers. Feinfühlig und kraftvoll lockt er uns in die Welt seiner Figuren, mit einer eigenen Sprache, die hochpoetisch ist und zugleich der Straße abgelauscht.“
Yuri Herrera studierte Politikwissenschaft in Mexiko City, Kreatives Schreiben an der University of Texas El Paso und wurde 2009 an der University of California at Berkeley in hispanischer Sprache und Literatur promoviert. Herrera arbeitete als Gastprofessor für Lateinamerikanische Literatur an der Universidad Iberoamericana, an der University of North Carolina in Charlotte und ist derzeit Fellow an der Tulane University in New Orleans. Er veröffentlichte Erzählungen, Reportagen und Aufsätze in den Tageszeitungen und Zeitschriften und war Gründer und Herausgeber der Literaturzeitschrift El perro. Für seinen ersten Roman Trabajos del reino (Abgesang des Königs) wurde er 2003 mit dem mexikanisch-amerikanischen Preis Premio Binacional de Novela Joven und 2009 mit dem Preis Otras Voces, Otros ámbitos ausgezeichnet.
Alle drei bisher veröffentlichten Romane Herreras wurden von Susanne Lange ins Deutsche übersetzt und sind als „Mexikanische Trilogie“ unter dem Titel Der König, die Sonne, der Tod 2014 im S. Fischer Verlag erschienen.
Die Preisverleihung findet am Freitag, dem 18. November um 19:00 Uhr in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz statt.