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Fünf historische Neuerscheinungen – monatlich ausgewählt von DAMALS

DAMALS – Das Magazin für Geschichte berichtet jeden Monat über spannende Geschichtsthemen. In jeder Ausgabe gibt es zahlreiche Rezensionen von Büchern, Hörbüchern und Filmen. Seit Jahren zeichnet die Redaktion gemeinsam mit einer prominent besetzten Jury zudem die besten historischen Sachbücher des Jahres aus.

Hier fünf der Rezensionen aus dem neuen Heft:

Er war mehr Politiker als Theologe, der Kirchenvater Athanasius der Große. Zu diesem Schluss kommt Manfred Clauss in seiner Biographie über den streitbaren alexandrinischen Bischof (er lebte um 298 bis 373). Athanasius war ein Meister der Polemik und focht dogmatische Grabenkriege sogar gegen den Kaiser aus, was ihn sechs Mal ins Exil brachte. Ein lesenswertes Buch über einen nicht unbedingt sympathischen, aber einflussreichen Kirchenmann, findet Pedro Barceló.

Manfred Clauss, Athanasius der Große. Der unbeugsame Heilige (Zabern)

Sehr angetan ist Andreas Weigl von der Biographie über Österreichs ersten Präsidenten Karl Renner aus der Feder von Richard Saage. Nicht nur, wie seine südmährische Kindheit den Politiker prägte, stellt Saage heraus, sondern er charakterisiert treffend einen „induktiven Marxismus“ als unverzichtbare ideologische Grundlage von Renners politischem Handeln. Hervorheben muss man Renners herausragenden diplomatischen Leistungen nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg.

Richard Saage: Der erste Präsident. Karl Renner – eine politische Biographie (Zsolnay)

Die Vandalen waren keineswegs die brutalen Fremden, denen man die zivilisierten Römer gegenüberstellen kann, das legt der Wiener Historiker Roland Steinacher überzeugend dar. Vielmehr müsse man sie als eine Art „spezialisierte Dienstleister“ sehen, derer sich die Römer zur Verteidigung ihres Reichs bedienten. Das Buch bietet einen frischen Blick auf die Spätantike, lobt Heike Talkenberger.

Roland Steinacher: Die Vandalen. Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs (Klett-Cotta)

Als die niederländische Journalistin Suzanna Jansen sich auf die Spuren ihrer Familiengeschichte begab, entdeckte sie schockiert, dass mehrere ihrer Verwandten in der Bettlerkolonie Veenhuizen bei Drenthe gelebt hatten und dort durch harte Arbeit diszipliniert werden sollten. Jansen schildert bewegend den harten Existenzkampf ihrer Vorfahren und die niederländische Armenpolitik, leider ohne diese in den Kontext ähnlicher Ansätze in Europa zu stellen, kritisiert Heike Talkenberger.

Suzanna Jansen: Das Paradies der Armen. Eine Familiengeschichte (Theiss)

„Ich bin eine freie Frau.“ Mit diesem starken Statement beginnt die bedeutende französische Journalistin, Feministin und Politikerin Françoise Giroud ihre glänzend geschriebenen autobiographischen Aufzeichnungen. Giroud, die Chefredakteurin der Frauenzeitschrift „Elle“ und Mitherausgeberin des Magazins „L’Express“ war, bietet aufschlussreiche Einblicke in die Pariser Intellektuellenszene der 50er und 60er Jahre. Von Heike Talkenberger

Françoise Giroud: Ich bin eine freie Frau (Zsolnay)

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