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Literarisches Quartett fest in Kölner Hand? Helge Malchow: „Finger weg von Verschwörungstheorien“

Ein Artikel von Rainer Moritz in der NZZ zieht Kreise: Er hatte dort „die Verlags-Monokultur beim Literarischen Quartett“ beklagt, und registriert, die Sendung sei „fest in Kölner Hand“ … „erstaunlich ist auch, wie stark der Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch vertreten ist“.

K&W-Verleger Helge Malchow hat sich jetzt auf Befragen von BuchMarkt dazu geäußert:

KiWi-Verleger Helge Malchow

„Da hat der unbestechliche Rainer Moritz einen echten Skandal aufgedeckt. Dass Jury-Positionen für das Literarische Quartett von der Redaktion nach Proporz besetzt werden sollen, ist ein herrlicher Vorschlag. Besser wäre aber m.E. weiterhin: nach Eignung. Der Text von Rainer Moritz zeigt lediglich: er hält die Besetzung der Jury für verfehlt, ebenso die bisherige Auswahl von Büchern. Sein gutes Recht. Ich bin sicher: Wäre die Jury nach seinem Geschmack besetzt, würde ihn die Verlagsbindung von Jurymitgliedern nicht so sehr interessieren. Dann würde er sagen: Autoren sind autonome Persönlichkeiten, die sich von keinem Verleger oder Lektor sagen lassen, was sie denken.
Als ich von der Zusammensetzung des Literarischen Quartetts erfuhr, hatte ich schnell den umgekehrten Verdacht: hier werden es Bücher von KiWi schwer haben, berücksichtigt zu werden. Doch dann dachte ich: Finger weg von Verschwörungstheorien. Dieser Ratschlag geht auch an Rainer Moritz.“

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