
Am gestrigen Samstag feierte die Kronberger Bücherstube doppelt: Inhaber Dirk Sackis stellte sein künftiges Domizil im Dingeldeinhaus in der Friedrich-Ebert-Straße 5 vor, und Joachim Unseld, Frankfurter Verlagsanstalt, startete die Frankfurter Bücherschau mit Weihnachtsverkauf [mehr…]
„Alle beteiligten Verlage haben schon jetzt ihre Bücher hierher gebracht, präsentieren sich auf extra Tischen“, erklärte Sackis.
Auf die Idee dieses vorweihnachtlichen Bücherverkaufs mit den Verlegern kamen Dirk Sackis und Rainer Weiss, weissbooks.w bereits im September anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Kronberger Bücherstube. „Wir haben diesen Gedanken dann weitergesponnen, mit Frankfurter Verlagen geredet und schließlich acht Editionshäuser überzeugen können“, berichtete Sackis.
Er freute sich zum Auftakt über zahlreiche Besucher – Stammkunden, Autoren, Freunde oder einfach Neugierige. „Erst am Dienstag dieser Woche konnten wir in den Laden. Es war ein Kraftakt, alles rechtzeitig vorzubereiten“, erklärte der Buchhändler. Doch nun ist alles für diesen Sonderverkauf bereit, schon in der ersten Stunde ist der Zuspruch groß.
Joachim Unseld kam schnell mit den Besuchern ins Gespräch, Sackis sah zu und lachte: „Joachim Unseld und Markus Weber, Moritz Verlag – er wird die nächste Runde am 11. Dezember bestreiten – tanzen die Bücher vor. Es ist großartig, zu sehen, wie gut das gelingt.“
Oleg Tretiakov half an diesem Tag mit aus. Sackis beschäftigt außerdem eine Festangestellte und eine Auszubildende – noch hat die Bücherstube ihren Sitz im Ortsteil Schönberg in der Friedrichstraße 71. Aber für Februar 2016 ist der Umzug hierher ins Dingeldeinhaus in die Kronberger Altstadt geplant. „Ein Haus mit viel Potential, einem Hof und einer alten Scheune. Da bekommt man schon bei der Besichtigung der Räume unglaublich viele Ideen“, ist Sackis begeistert.
„Es ist wirklich ein Wahnsinnsladen“, meinte auch Joachim Unseld. Als „Eisbrecher“ die erste Verkaufsrunde zu bestreiten, machte ihm Spaß: „Eisbrecher ist meine Spezialität“. Er verkaufe nicht zum ersten Mal Bücher, bereits in der Lehre habe er in der Vorweihnachtszeit Bücher an die Leute gebracht. „Aus dem Programmwissen und als Lektor kenne ich natürlich alles“, setzte er hinzu und nennt Beispiele: „Hier, Das achte Leben von Nino Haratischwili ist ein ganz erstaunliches Buch. Es verkauft sich im zweiten Jahr besser als im Erscheinungsjahr. Übrigens fand gestern in Augsburg die Uraufführung des 20. Theaterstücks von Nino Haratischwili statt. Oder Jean-Philippe Toussaint, ich übersetze ihn seit 25 Jahren. Großartig.“ Etwa 20 Titel hat Joachim Unseld mitgebracht, zu jedem Buch kennt er Geschichten, Hintergründe, Aperçus. Kommt von Toussaint zu seinem Lieblingsautor Marcel Proust, könnte stundenlang erzählen.
Der Auftakt dieser Aktion, bei der eine Buchhandlung und acht Verlage gemeinsam agieren, war gelungen.
Weiter geht es am 11., 12., 13. und 19. Dezember – mit hoffentlich ebenso großem Erfolg.
JF







