
Soeben wurden im Rahmen der Frankfurter Buchmesse die Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2015 geehrt. Rund 1.500 Gäste verfolgten die Preisverleihung, bei der Staatsminister Dr. Ralf Kleindiek in Vertretung von Familienministerin Manuela Schwesig die Momos übergab.
Die Preise der Kritikerjury –
In der Sparte Bilderbuch:
David Wiesner: „Herr Schnuffels“, übersetzt von Paula Hagemeier (Aladin)
In der Sparte Kinderbuch:
Pam Muñoz Ryan/Peter Sís: „Der Träumer“, übersetzt von Anne Braun (Aladin)
In der Sparte Jugendbuch:
Susan Kreller: „Schneeriese“ (Carlsen)
In der Sparte Sachbuch:
Christina Röckl: „Und dann platzt der Kopf“ (kunstanstifter verlag )
Der Preis der Jugendjury:
David Levithan: „Letztendlich sind wir dem Universum egal“, übersetzt von Martina Tichy (Fischer FJB)
Die Preise sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert, der Sonderpreis mit 12.000 Euro. Moderatorin Vivian Perkovic fragte bei der Preisübergabe an David Wiesner, warum die Aliens in seinem Buch eigentlich auf die Erde gekommen seien? Das sei eine gute Frage, antwortete Wiesner, darüber habe er sich nie Gedanken gemacht.
Pam Muñoz Ryan erklärte, die Geschichte von Pablo Neruda habe sie für Kinder aufgeschrieben, um zu zeigen, dass es mehrere Wege gibt, um seine Träume zu leben.
Susan Kreller war bereits zum dritten Mal für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Wie sie es schaffe, so detailreich über die Krisen von Jugendlichen zu schreiben, wollte Vivian Perkovic von der Autorin wissen. „Ich habe erst mal im meinem eigenen Leben recherchiert, und dann war das ganz einfach“, antwortete Susan Kreller. Es wäre schön, wenn jeder Leser mitnehmen könnte, dass man schwierige Zeiten überleben kann.
Eine Seele habe keine Grenzen, sagte Christina Röckl, und Kategorien seien für sie schwierig.
Sie versuche, ein schärferes Ohr für die Sprache von Kindern und Jugendlichen zu bekommen, wobei ihr ihre beiden Töchter helfen, erklärte Übersetzerin Martina Tichy, die den Preis der Jugendjury entgegennahm.
Birgit Müller-Bardorf, Vorsitzende der Kritikerjury, erklärte im Rückblick auf die nominierten Titel, das Erzählen im Bild sei grundsätzlich wichtiger geworden und die Buchkunst sei mehr in den Vordergrund gerückt.
Den Sonderpreis für das Lebenswerk einer Illustratorin erhielt Sabine Friedrichson, „eine Bildprophetin im eigenen Land“ und „eine vom Buchmarkt stiefmütterlich behandelte Illustratorin“, wie der Vorsitzende der Sonderpreis-Jury Andreas Platthaus sie bezeichnete – momentan sind kaum Titel von ihr in Deutschland lieferbar, wohl aber im Ausland. Im kommenden Jahr erscheine das 18. Buch der Preisträgerin, kündigte Platthaus an. Sabine Friedrichson dankte ihrem Verleger Hans-Joachim Gelberg, der ihr Vertrauen geschenkt und Zeit gegeben habe, um sich zu entwickeln.
Weitere Informationen zur Jury sowie die Jurybegründungen lassen sich auf www.jugendliteratur.org nachlesen.