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Die KrimiZeit-Bestenliste September – hier zum Ausdrucken

An der Spitze der KrimiZEIT-Bestenliste September 2015 finden Sie auf Platz 1: Der namenlose Tag von Friedrich Ani
Mit dem Wechsel zu Suhrkamp hat Friedrich Ani (*1959, mehrfacher Deutscher Krimipreis) nach Tabor Süden und Polonius Fischer einen neuen Ermittler erfunden. Jakob Franck ist pensionierter Kommissar, ehemals Mordkommission. In den letzten Dienstjahren ergab es sich, dass immer er ausgewählt wurde, um den Angehörigen die Todesnachrichten zu überbringen. Jetzt sitzen die Toten bei ihm am Tisch.Als Franck vom überlebenden Vater einer Familie, in der sich Mutter und Tochter umgebracht haben, gebeten wird, nachträglich einen Schudigen zu finden, erschließt er die Geschichte eines ungeheuren Verschweigens in dieser Familie. Schweigen als Verbrechen und Verbrechen als verhinderte Kommunikation darzustellen, war schon immer ein zentrales Thema Friedrich Anis. Doch mit Der namenlose Tag erreicht Ani eine neue Intensität.

„Wie nur bei wenigen Autoren des Genres „Spannungsroman“ meint man bei Friedrich Ani (…) wahrzunehmen, dass er genau das schreibt, was er schreiben will. Wenn man etwas über die Menschen erfahren will und wie sie durchs Leben schlingern, weil’s halt besser nicht geht, dann muss man Friedrich Ani lesen.“ (Sylvia Staude, FR)
„Nichts hat bei den Winthers gestimmt, das begreift man sofort. Was allerdings in dieser kaputten Mittelschichts-Familie genau nicht funktioniert hat, ist durch den Grauschleier der Alltagssprache zunächst nur zu erahnen. Ein Mordfall oder einfach nur die traurige Geschichte eines verzweifelten Teenagers? Um das herauszufinden braucht’s keinen Ermittler, sondern einen, der zuhört. Und natürlich einen, der’s aufschreibt. Jakob Franck und Friedrich Ani. Passt.“ (Kolja Mensing, Deutschlandradio Kultur)

Neu auf der KrimiZEIT-Bestenliste September finden Sie diesmal vier Titel, einen deutschen, einen englischen, einen amerikanischen und einen australischen:
Auf Platz 4: Kolbe von Andreas Kollender
Andreas Kollender (*1964) ist bisher als Autor von Romanen und Essays zur Ferne und Entdeckungsreisen bekannt geworden. Eine Entdeckungsreise in wenig bekannte Bereiche deutsch-amerikanischer Geschichte ist sein historischer Spionageroman Kolbe. Fritz Kolbe (1900 – 1971) war ein Konsularbeamter im Auswärtigen Amt, der ganz persönlich und zunächst auf sich gestellt Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete. In der kritischen Geschichte dieser Behörde aus dem Jahr 2010 heißt es, sein entschlossener Verrat und die Spionage für den amerikanischen Geheimdienst OSS und den späteren CIA-Chef und US-Außenminister Dulles widerlege „gängige Klischees, die behaupten, ein einzelner habe unmöglich aktiv und erfolgreich Widerstand leisten können.“ Kollender erzählt den aufreibenden und – von der Bundesrepublik lange nicht gewürdigten – tapferen Kampf dieses Mannes und seiner Geliebten sehr nah, ohne jedes Heldenpathos, nüchtern ergreifend.
„Mit „Kolbe“ ist Andreas Kollender ein fast durchgehend unterhaltsamer, streckenweise hoch spannender Roman gelungen – mit einem faszinierenden Helden.“ (Marcus Müntefering, Spiegel online)

Auf Platz 8: Kings of London von William Shaw (original 2014: House of Knives)
In einer Trilogie von Kriminalromanen um DC Helen Tozer und DS Cathal Breen rekonstruiert William Shaw, der zunächst als Musikjournalist bekannt wurde, die düsteren Seiten des „Swinging London“ des Jahres 1968. Im zweiten Band Kings of London geht es um zwei Leichen, die verbrannt aufgefunden wurden, Drogen und Drogenpolitik sowie Polizeikorruption. Inklusive Frauenfeindlichkeit, Rassismus und Hippie-Ideologie führt Shaw seine Leserinnen in ein sorgfältig ausgestattetes Museum jener Umbruchzeit, beleuchtet mit der milden Altersweisheit eines Mannes, der das überstanden hat.
„Flower Power? Love and Peace? So einfach war es nicht, und William Shaw nimmt keine Abkürzungen auf seiner Reise in eine spannende Zeit.“ (Sylvia Staude, FR)

Auf Platz 9: Freedom’s Child von Jax Miller (original 2015: Freedom’s Child)
Über den Lebensweg der 28 Jahre jungen Debütantin Jax Miller ist allerhand Spektakuläres in Umlauf. So soll ihr bürgerlicher Name „Aine O Domhnaill“ lauten, ist aber das Pseudonym, unter dem Ann O Donnell, so ihr bürgerlicher Name, ihren ersten Roman „The Assassin’s Keeper“ veröffentlichen wollte. Freedom’s Child ist die nervenaufreibende Geschichte einer Mutter, die trotz widrigster Umstände und übler Feinde ihre Tochter retten will. Sie wurde des Mordes an ihrem Mann beschuldigt, ihre Kinder wurden zur Adoption gegeben, sie selbst lebt an der amerikanischen Westküste als Barkeeperin im Zeugenschutz. Die Bande ihrer Schwäger ist hinter ihr her. Ein sadistischer Sektenprediger auch. Freedom’s Child wird als aufregendes Debüt eines Talents gehandelt. In der Jury gehen die veröffentlichten Meinungen auseinander.
„Über weite Strecken ist die Geschichte mitreißend und unterhaltsam, ruppig und voller Schmerz – und ein bisschen prollig. Ein Roman gewordener Bluesrocksong sozusagen.“ (Marcus Müntefering, Spiegel online)
„Jax Miller bedient durch Überzeichnung längst verfestigte Klischees.“ (Tobias Gohlis, Recoil)

Auf Platz 10: Um Leben und Tod von Michael Robotham (original 2104: Life or Death)
Neben seinen vielfach international ausgezeichneten Romanen um den Psychologen Joe O’Loughlin und Detective Inspector Vincent Ruiz hat sich der aus Australien stammende frühere Journalist und Ghostwriter Michael Robotham (betont: „Robótham“, geb. 1960) hin und wieder äußerst spannende Ausflüge außerhalb der Serie gemacht. Um Leben und Tod ist sein Ausflug auf amerikanisches Territorium, nach Texas, wo in einem Bundesgefängnis Audie Palmer sitzt. Am Tag, bevor er nach zehnjähriger Haftstrafe samt mehr als knastüblicher Quälerei entlassen werden soll, bricht er aus und wird zum gesuchtesten Flüchtling des Landes, erst recht, nachdem auf seinem Fluchtweg eine junge Mutter mit ihrer Tochter erschossen werden. Um Leben und Tod ist der perfekte Thriller: Audie wird von diversen Leute mit sehr unterschiedlichen Motiven gejagt. Er ist vermutlich nicht schuldig an dem Raubüberfall, für den er verurteilt wurde, und das Motiv seiner Flucht bleibt bis fast zum rasanten Schluss verborgen.

Unsere Dauerchampions: Zum vierten Mal (!) steht Merle Kröger mit Havarie auf der KrimiZEIT-Bestenliste. Zum dritten Mal ist Antonin Varenne mit Die sieben Leben des Arthur Bowman dabei.

Hier können Sie die KrimiZEIT-Bestenliste September 2015 aus der Wochenzeitung DIE ZEIT downloaden: download(09-KrimiZEIT_Bestenliste_September_2015.pdf) und als Plakat ausdrucken.

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