
Ein großer Auftritt für Franz Kafka gestern Nachmittag in Berlin: „Wer sonst als Kafka. Neue Betrachtungen eines alten Bekannten“, so lautete die Überschrift eines Symposiums in der TOPOI-Villa der Freien Universität in Dahlem. Anlass war der 85. Geburtstag des Verlagsgründers Klaus Wagenbach am 11. Juli.
Trotz hochsommerlicher Temperaturen kamen rund 80 Gäste zu dem öffentlichen Symposium, darunter Kafka-Forscher, Buchhändler, Autoren und Freunde. Kann man den Kafka-Biograph und –Archivar Klaus Wagenbach noch überraschen? Das Motto des Nachmittags hatte der Jubilar jedenfalls selbst vorgegeben. „Neu und schräg“ sollten die Beiträge sein, wie Peter-André Alt verriet. Er ist Literaturwissenschaftler und Präsident der Freien Universität, an der Klaus Wagenbach als Honorarprofessor lehrt.
Kafka-Herausgeber Hans-Gerd Koch hatte ein Programm mit hochkarätigen Rednern organisiert. Als Vortragende konnte er neben Peter-André Alt die Literaturwissenschaftler Joseph Vogl, Roland Reuß und Lothar Müller sowie den Rechtsphilosophen Christoph Möllers gewinnen, die alle einen ungewohnten Blick auf Kafka warfen. Koch selbst sprach über Kafka und Picasso, die Schauspielerin Monika Hansen, eine Freundin der Familie, las Kafka-Texte, die Wagenbach ausgewählt hatte: Erstes Leid und Die Sorge des Hausvaters. Und in der Pause? Da wurde jede Menge Gugelhupf serviert, Kafkas Lieblingskuchen.
ml