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Berlin: Internationaler Literaturpreis an Amos Oz und Mirjam Pressler verliehen

Ein Fest für die fremdsprachige Literatur. Gestern Abend nahmen der israelische Schriftsteller Amos Oz und seine Übersetzerin Mirjam Pressler im Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin den Internationalen Literaturpreis [mehr…] entgegen. Das wurde auch in diesem Jahr wieder mit einer „Langen Nacht der Shortlist“ gefeiert.

Ein literarischer Sommerabend auf der weitläufigen Dachterrasse sollte es werden, doch das Wetter spielte nicht ganz mit. Bernd Scherer, der Intendant des HKW, nahm es mit Humor. „Mit dem Wetter ist es wie mit der Literatur: Man weiß nie, was kommt“, sagte er in seiner Begrüßung und verlegte die Veranstaltung wegen der kühlen Temperaturen und des starken Windes ins Haus.

Amos Oz wurde für seinen Roman Judas (Suhrkamp) ausgezeichnet. Er kann sich über ein Preisgeld von 25.000 Euro freuen. Weitere 10.000 Euro gingen an Mirjam Pressler, die das Buch aus dem Hebräischen übersetzt hat und dafür bereits mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung ausgezeichnet wurde.

Das Besondere des Preises für internationale Literatur ist, dass er nicht nur die Autoren, sondern auch die Vermittlungsarbeit der Übersetzer würdigt und die gesamte Shortlist in den Fokus rückt (s. auch das Sonntagsgespräch mit Bernd Scherer [mehr…]). Die Lange Nacht der Shortlist sei „ein Versprechen auf werthaltige Literatur“, so Scherer gestern.

Bevor gegen 22.30 Uhr die Preise überreicht wurden, standen Lesungen mit allen Autoren der Shortlist und ihren Übersetzern auf dem Programm. In zwei Diskussionsrunden beschäftigten sie sich zudem mit der Frage, wie Literatur gesellschaftliche, fiktionale und sprachliche Horizonte erweitern kann.

Jurymitglied Michael Krüger ging in seiner Laudatio auch auf die Leistung der Jury ein, die innerhalb von drei Monaten über rund 180 Bücher – Einreichungen von Verlagen und Vorschläge der Jury – zu entscheiden hatte. Es sei eine Qual gewesen, sehr gute Bücher auszusondern. Niemand solle die Jury der Leichtfertigkeit bezichtigen, betonte er. Man sei sich bewusst gewesen, dass die Preisvergabe an ein bereits durchgesetztes Buch auf Kritik stoßen werde.

Amos Oz freute sich, dass der Internationale Literaturpreis auch die Vermittlungsarbeit der Übersetzer würdigt. „Danke für die wundervolle Auszeichnung. Es ist das erste Mal, dass ich einen Preis mit meinem Übersetzer teile“, sagte er. Das sollte Vorbild für alle literarischen Preise auf der ganzen Welt sein.

Für alle, die nicht dabei sein konnten: Mitschnitte der Gespräche und der Preisverleihung gibt es im Blog des Internationalen Literaturpreises www.ilp-onblog.de/blog/.

ml

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