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Heinold fragt: Wer war’s?

Wer die aufgeregte Diskussion um „Selfpublishing“ verfolgt, könnte meinen, hier handele es sich um eine neue, erst durch den Digitaldruck und das Aufkommen von E-Books aufgetretene Erscheinung. Dabei war der sogenannte Eigenverlag immer wieder ein Instrument für innovative Geister, neuartige Ideen zu verwirklichen, wenn die vorhandenen Apparate sich als zu träge erwiesen. Unter den erlauchten Autoren, die sich dieses Publikationsweges bedienten, finden wir F. G. Klopstock, G. E. Lessing und J. H. Voss.

Auf das Phänomen des Selbstverlages stoßen wir gleich zweimal in der Geschichte des Verlages, nach wir heute fragen. Er hat seinen Ursprung in einer wissenschaftlichen Vierteljahreszeitschrift, die ab 1963 zunächst im Eigenverlag des Gründers und Herausgebers erschien, dann an einen professionellen Verlag überging und entscheidende Impulse erhielt, als sich ein auf ganz anderem Gebiet tätiger Fachverlag der Unternehmung annahm. Dieser Verlag hinwiederum war in den 20er Jahres des 20. Jahrhunderts von einem württembergischen Staatsbamten des gehobenen Dienstes als Selbstverlag ins Leben gerufen worden. Er ließ sich zunächst beurlauben, gab dann aber seine sichere Stellung auf, um sich ganz seiner Gründung zu widmen. Sein Schwiegersohn und Nachfolger war es, der 1969 die „artfremde“ Zeitschrift in seine verlegerische Obhut übernahm und dafür 1975 eine eigenständige GmbH etablierte, die allerdings jüngst wieder aufgelöst worden ist. Der gesuchte Verlag ist nunmehr ein „Imprint“ des Mutterverlages.

Der Titel jener wissenschaftlichen Zeitschrift ist bis heute Bestandteil des Firmen- bzw. Imprint-Namens. An ihrer Wiege stand ein vielseitiger und aktiver Germanist, der sie bis zu seinem Tod im Jahre 2011 herausgegeben hat. Er gilt im Literaturbetrieb als bedeutender Vermittler. „Der Erste unter den Sekundären“ – so hat der bekannte Kritiker Denis Scheck ihn in einer Sendung des Deutschlandfunkes genannt.

Die Gründungsidee, nach der die Zeitschrift bis heute gestaltet wird: Jedes Heft ist einer Person und deren Werk gewidmet – nicht in Form einer Monografie, sondern aus dem Blickwinkel verschiedener Fachleute betrachtet. Dieses ungewöhnliche Konzept hat zur Folge, dass von einzelnen Heften immer wieder Neuauflagen erscheinen konnten. Heft 1 aus dem Jahre 1963 zum Beispiel liegt in revidierter 7. Auflage vor.

Ebenso neuartig war die Idee, eine bisher hauptsächlich für juristische Fachinformationen übliche Editionsform für ein geisteswissenschaftliches Nachschlagewerk anzuwenden, dessen Grundlieferung 1978 erschien und das seitdem fortlaufend ergänzt wird. Ihm folgten weitere nach diesem Prinzip konzipierte Nachschlagewerke für andere kulturelle Themenbereiche. Auch der Grundsatz, eine Zeitschriftennummer ausschließlich einer Person oder einem Themenbereich zu widmen, wurde auf andere Gebiete des kulturellen Lebens übertragen. Weitere Schriftenreihen und Periodika sind bedeutenden Autoren, Philosophen und Inditutionen gewidmet. Auch war der gesuchte Verlag einer der ersten, der Nachschlagewerke als CD-ROM herausbrachte und heute online bereit hält.

Heinold fragt: Wie ist der Name des gesuchten Imprint-Verlages und wie heißt der nunmehrige Mutterverlag?

Bitte mailen Sie Ihre Lösung an: heinold@buchmarkt.de.
Unter den Einsendungen verlosen wir ein Exemplar „Bücher und Buchhändler“ von Wolfgang E. Heinold. Einsendeschluss ist der 17. Juli 2015.

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