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Internationaler Literaturpreis 2015: Die Shortlist steht

Heute hat das Haus der Kulturen der Welt in Berlin die sechs Finalisten für den mit insgesamt 35.000 Euro dotierten Internationaler Literaturpreis 2015 bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet am 8. Juli statt.

Folgende Autoren und deren Übersetzer sind mit ihrem Werk nominiert:

NoViolet Bulawayo | Miriam Mandelkow
Wir brauchen neue Namen
Englisch: We Need New Names
Suhrkamp 2014
Chatto & Windus, London, Little, Brown and Company, New York 2013

Patrick Chamoiseau | Beate Thill
Die Spur des Anderen
Französisch: L’empreinte à Crusoé
Das Wunderhorn
Gallimard, Paris 2012

Daša Drndić | Brigitte Döbert und Blanka Stipetić
Sonnenschein
Kroatisch: Sonnenschein
Hoffmann und Campe 2015
Fraktura, Zaprešić 2007

Gilbert Gatore | Katja Meintel
Das lärmende Schweigen
Französisch: Le Passé devant soi
Horlemann 2014
Phébus, Paris 2008

Amos Oz | Mirjam Pressler
Judas
Hebräisch: Habesora al pi Jehuda
Suhrkamp 2015
Keter, Jerusalem 2014

Krisztina Tóth | György Buda
Aquarium
Ungarisch: Akvárium
Nischen Verlag 2015
Magvető Kiadó, Budapest 2013

Zu ihrer Entscheidung kommentierte die Jury: „In einer zunehmend fragmentierten Welt wird es immer wichtiger, altbekannte Mythen und Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen, zu überschreiben und zu transformieren. Dies ist eine der Herausforderungen, der sich die diesjährige Shortlist stellt: Individuelle Selbstermächtigungen in unwirtlichem Umfeld prägen NoViolet Bulawayos Romandebüt, Patrick Chamoiseaus philosophische Robinsonade und Krisztina Tóths unsentimentale Kindheitsgeschichte. Gleichzeitig geht der Blick auf die noch unaufgearbeitete Vergangenheit des 20. Jahrhunderts und die literarische Wiederaneignung des Verdrängten – so in Daša Drndićs Dokumentarroman über die Ermordung der Juden in Südosteuropa und in Gilbert Gatores Opfer-Täter-Roman über den ruandischen Völkermord von 1994. Der bekannte Mythos vom Verrat wird bei Amos Oz zu einem intellektuellen Entwicklungsroman im Israel der 1950er Jahre. Jenseits überkommener Wahrnehmungsraster wagen sich die Autoren und Übersetzer der Shortlist auf sprachliches und thematisches Neuland.”

Seit 2009 verleihen das Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen den Internationalen Literaturpreis. Der hoch dotierte Preis – 25.000 Euro erhält der Autor, 10.000 Euro der Übersetzer – zeichnet einen herausragenden Titel internationaler Gegenwartsliteraturen in deutscher Erstübersetzung aus. Der Preis würdigt in dieser Allianz sowohl das Werk des Autors als auch des Übersetzers.

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